Freude
Gestern vor 30 Jahren isses geschlüpft, das große Kind. Und nun muss es zum feiern überredet werden, scheint es. Irgendwie fragwürdig, mit Blick auf meine eigene Geschichte, und irgendwie gut, mit demselben Blick. 23 jedenfalls, nichts ist, wie es scheint, manchmal zumindest. Schon so eine Art Schicksalszahl, wenn man was mit Numerologie am Hut hat. Seine Mama hat auch an einem 23sten Geburtstag. Und natürlich bin ich nüchtern und naturwissenschaftlich geerdet genug, all dies als puren Zufall abzutun 😉
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Flügellahm
Das geht schon länger so. Schultern, Sehnen, alles in einem fragwürdigen Zustand. Die Last der Jahre und so. Wenn ich das Drama da herausnehme, bleibt Verschleiß übrig und Schmerzen, an allen Tagen, bei gewissen Belastungen, an gewissen Stellen. Und so darf ich gerade fernab von Stahl und Maschinen daheim verweilen, ausgestattet mit Überweisungen für Radiologie und Orthopädie.
Mit der Zeit möchte ich gehen und nach Möglichkeit davon profitieren. Also via App zeitnahe Termine gesucht und gefunden. Erst zum MRT, dann zum Knochendoktor, ohne Bilder kann der nix machen.
Und so stehe ich gestern früh um kurz vor 6 (die Maschinen laufen tatsächlich zweischichtig) in freudiger Erwartung vor dem Empfang der Radiologie. Vor mir noch 2 Kaputte, hinter dem Tresen ein abwechselnd fluchender und telefonierender Mann in verzweifelter Auflösung begriffen. Systemabsturz, keine Karte zu lesen. Hat sich was mit freudiger Erwartung. Für so einen Scheiß stehe ich nächtens auf.
Die zwei vor mir kriegen Laufzettel zum ausfüllen, wie in der Steinzeit, mir sichert man ebensolche Untersuchung zu, alle nach mir bekommen neue Termine. Nachdem mir Zugang zu den zu erstellenden Bilddateien gewährleistet wird, bin ich einverstanden und warte. Die beiden sind schon ein Weilchen wieder raus und ich warte immer noch. Nüchtern, müde und mittlerweile arg übellaunig.
Der Kerl vom Tresen ist verschwunden, den gehe ich suchen, mit Rupflust im Blut. Irgendwo finde ich ihn, in vorfeiermorgendlicher Beschäftigung. Wat issn getz, gehe ich den an, um kurz darauf wieder verständnisvoller zu werden. Arme Socke. Wenn meine Workstation nicht hochfährt, warte ich in Ruhe und mache sonstwas, bis ein Admin ausgeschlafen hat. Der hier kann sich mit einer Fußballmannschaft übellaunigen Pack rumkriegen und ich beschließe nach Beratung mit meiner höheren Macht, auf die Ersatzbank zu gehen.
Wir einigen uns auf einen neuen, noch rechtzeitigen Termin andernorts, oldschool, mit Zettel, möge der heilige Murphy gerade anderes zu tun haben.
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