Valentinstag. Als ob der was dazukönnte. Zu den Schmetterlingen im Bauch, die sich nur allzuoft ein zweites Mal verpuppen und als was auch immer ihr letztes Stadium begehen. Aber die Blumenhändler freut es, die werden auch an jene ihre Ware los, die kleine Monster immer noch für Schmetterlinge halten. Wenns hilft – den Blumenhändlern allemal. Auch wird nicht jeder alter Falter ein Monster, und Romantiker sind auch nur Menschen.
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Eigentlich wollte ich noch über so manch seltsam riechende Blüte schreiben. So Zeitgeistgewächse, die zum Himmel stinken. Die KI-Blume zum Beispiel, die braucht Spezialdünger, das ist eine Mischung aus Text und Information egal woher, natürlicher Neugier und natürlicher Blödheit. Konstrukteure konstruieren mit KI (wo lassen Sie denken?), nicht nur Kinder kommunizieren mit Maschinen mehr als mit ihren Mitmenschen, befragen sie zu Zuständen und Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Ist das nun gut oder eher nicht so gut? Immerhin erspart einem diese fragwürdige Kommunikation eigene Erfahrungen schmerzlicher Natur. Leider auch den Rest namens Leben, konsequent zu Ende gedacht.
Eine andere Stinkeblume wächst auf der anderen Seite des großen Wassers und breitet ihre Wurzeln schon unterseeisch bis zu uns aus. Sie ist uralt, es gab sie immer schon. Früher behauptete sie, die Erde sei eine Scheibe, wenn auch nicht realistisch, aber mit Nachdruck. Wer was anderes sagte und glaubte, sogar beweisen konnte, der hatte es unbequem, wenn auch mit warmen Füßen, damals. Wahrheit verordnet sie, das Gewächs, sie scheißt auf Forschung und Wissenschaft, kürt die Lüge zur höchsten Kunst. Und sie feiern sie, weil alles so einfach klingt.
Eigentlich habe jetzt doch geschrieben. Was für ein blödes Wort.
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Aus dem Takt bin ich geraten. Das ist nicht wirklich neu, und meistens übe ich, darin zu bleiben, also taktvoll zu leben. Manchmal vergesse ich das ein wenig und dann freue ich mich, wenn mein Humor verstanden wird. Folgendes Zitat fand neulich zu mir:
Frohgemut schickte ich dies meinem großen Kind, schön mit Grinsgesicht und Winkewinkehändchen. Als das Ding heraußen war, fiel mir ein, dass ebensolches großes Kind auch nicht eben zierlich gebaut ist und zudem in Kürze in einen städtischen Betrieb wechselt. Kam dann auch ein herzliches Dankeschön für die freundlichen Worte, wenn auch mit Grinsegesicht, immerhin.
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So, die Mutter hat das Futtern abgesagt, wegen Wetter. Dem voraus ging gestern Abend folgender Dialog:
Ich habe Gemüseauflauf eingefroren, kannste morgen Mittag haben.
HaNää, morgen gibbet Linsensuppe, die ess ich dann, ist immer lecker.
Laute wie kurze Gedankenpause.
Oder wir gehen Pfannkuchen essen.
Was immer die erste Wahl ist, da kann ich nicht mithalten, mit dem Auflauf.
Linsensuppe auch nicht, außer bei Wetter.
Ach. Sie kriegt, wenn sie will, jeden fristverlängernden Tag Pfannkuchen. Ist schneller vorüber, als gemeinhin angenommen.
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