Montag, 260223

Alle reden von künstlicher Intelligenz, testen und spielen damit, kreieren Bilder, Texte, sonstwas. Naja, dachte ich so, mach auch mal. Ganz einfach anfangen, mal sehen, was Chatgpt zu „Wupperpostille“ sagt. Das Ergebnis zeugt eher von künstlicher Dummheit (wer nach „wupperpostille“ sucht, wird sofort hier her geleitet), aber seht selbst. Irgendwie erinnert mich die Antwort an gewisse Mitmenschen, die auf jede Frage eine Antwort glauben haben zu müssen.

Na jedenfalls wißt ihr jetzt über unser einzigartiges Verkehrsmittel Bescheid.

Und weiter dachte ich. Vielleicht bin ich zu unpräzise, mal mit „wupperpostille blog“ versuchen. Und siehe, es folgt eine, wie ich finde, recht gelungene Charakterisierung des Geschreibe hier. Und das in einer affenartigen Geschwindigkeit.

Königsklasse: Die detaillierte Bitte um Analyse des (eigenen) Blogs – siehe meine Antwort auf Wortman.

Das elementar poetische Subjekt staunt jedenfalls, und solange es das noch kann, ist es der KI allemal überlegen.

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Samstag, 260214

Valentinstag. Als ob der was dazukönnte. Zu den Schmetterlingen im Bauch, die sich nur allzuoft ein zweites Mal verpuppen und als was auch immer ihr letztes Stadium begehen. Aber die Blumenhändler freut es, die werden auch an jene ihre Ware los, die kleine Monster immer noch für Schmetterlinge halten. Wenns hilft – den Blumenhändlern allemal. Auch wird nicht jeder alter Falter ein Monster, und Romantiker sind auch nur Menschen.

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Eigentlich wollte ich noch über so manch seltsam riechende Blüte schreiben. So Zeitgeistgewächse, die zum Himmel stinken. Die KI-Blume zum Beispiel, die braucht Spezialdünger, das ist eine Mischung aus Text und Information egal woher, natürlicher Neugier und natürlicher Blödheit. Konstrukteure konstruieren mit KI (wo lassen Sie denken?), nicht nur Kinder kommunizieren mit Maschinen mehr als mit ihren Mitmenschen, befragen sie zu Zuständen und Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Ist das nun gut oder eher nicht so gut? Immerhin erspart einem diese fragwürdige Kommunikation eigene Erfahrungen schmerzlicher Natur. Leider auch den Rest namens Leben, konsequent zu Ende gedacht.

Eine andere Stinkeblume wächst auf der anderen Seite des großen Wassers und breitet ihre Wurzeln schon unterseeisch bis zu uns aus. Sie ist uralt, es gab sie immer schon. Früher behauptete sie, die Erde sei eine Scheibe, wenn auch nicht realistisch, aber mit Nachdruck. Wer was anderes sagte und glaubte, sogar beweisen konnte, der hatte es unbequem, wenn auch mit warmen Füßen, damals. Wahrheit verordnet sie, das Gewächs, sie scheißt auf Forschung und Wissenschaft, kürt die Lüge zur höchsten Kunst. Und sie feiern sie, weil alles so einfach klingt.

Eigentlich habe jetzt doch geschrieben. Was für ein blödes Wort.

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Aus dem Takt bin ich geraten. Das ist nicht wirklich neu, und meistens übe ich, darin zu bleiben, also taktvoll zu leben. Manchmal vergesse ich das ein wenig und dann freue ich mich, wenn mein Humor verstanden wird. Folgendes Zitat fand neulich zu mir:

Frohgemut schickte ich dies meinem großen Kind, schön mit Grinsgesicht und Winkewinkehändchen. Als das Ding heraußen war, fiel mir ein, dass ebensolches großes Kind auch nicht eben zierlich gebaut ist und zudem in Kürze in einen städtischen Betrieb wechselt. Kam dann auch ein herzliches Dankeschön für die freundlichen Worte, wenn auch mit Grinsegesicht, immerhin.

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So, die Mutter hat das Futtern abgesagt, wegen Wetter. Dem voraus ging gestern Abend folgender Dialog:

Ich habe Gemüseauflauf eingefroren, kannste morgen Mittag haben.
HaNää, morgen gibbet Linsensuppe, die ess ich dann, ist immer lecker.

Laute wie kurze Gedankenpause.

Oder wir gehen Pfannkuchen essen.
Was immer die erste Wahl ist, da kann ich nicht mithalten, mit dem Auflauf.
Linsensuppe auch nicht, außer bei Wetter.

Ach. Sie kriegt, wenn sie will, jeden fristverlängernden Tag Pfannkuchen. Ist schneller vorüber, als gemeinhin angenommen.

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Neujahr, 260101

Es ist vollbracht, die lärmenden Idioten haben sich ausgetobt und auch die Jungkatze hat sich dank intensiver Kuscheleinheit wieder beruhigt. Der alte Mann scheint ballhörig geworden zu sein, ihm macht die Knallerei nicht mehr so viel.

Mitgehört – WDR, Aktuelle Stunde, Umfrage zum Thema gute Vorsätze. In einer lokalen Fußgängerzone meint ein Kerl im Vorbeilaufen ins Mikrofon:

Will 10 Kg abnehmen, fehlen noch 12 …

Mein Humor und geilstes Matheverständnis ever.

Irgendwo im Blogland geht es um Vergangenheit und schräge Familienangehörige. Einmal mehr dachte ich an meine Uromma. Die war ein gläubiger Mensch und hatte ihre eigene Dreifaltigkeit:

Die deutsche Bank, den Endsieg, und ihren Wacholder.

Von letzteren bekam ich bei jedem Pflichtbesuch immer genau Einen, auf dass aus mir, blond und blauäugig, sonstwas werden sollte. Was dann auch geschah.

Geblieben sind die Erinnerungen an das Geräusch, das sie beim schlurfen durch ihre Bude machte, an einen Tausendmarkschein, der stets rituell zur Besichtigung freigegeben wurde (mehr nicht, hier, riecht mal …), an eine geheimnisvolle, große, dunkle Porzellaneule, die von innen trübe leuchtete, an weiße Schokolade sowie nicht zuletzt an ihre geballte Boshaftigkeit.

So. Dank KI darf ich an dieser Stelle von Friedrich Merz für Arme Grüße sowie die besten Wünsche für das neue Jahr ausrichten.

Im Fanshop auch als Stofftier erhältlich.

Ein gutes neues Jahr uns allen 🙏

Freitag, 250425

Derangiert

Kaum ist der Besuch weg, werde ich krank. Nix Bewegendes, das Übliche, wenn dann. Bronchien und in der Folge Rotznase. Klassisch eben. Natürlich sozialverträglich im Urlaub, so gehört sich das. Mutter darf schauen, wie sie klar kommt, die Liebste kümmert sich, während Mothers Finest still leidet. Sei `s drum.

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Noch mehr Unbill

Alle Welt testet KI und freut sich, wenn das Sinn macht. Irgendwo tief unten macht sich bei mir die Sorge breit, künftig, wenn überhaupt noch, gegen Maschinen anschreiben zu müssen/dürfen. Die ich selbst angelernt habe (freie Texte werden still verfüttert). Es gruselt mir und ich verspüre keine Lust mehr auf `s schreiben.

Wo er gerade so fließt, der Rotz

Blogs bei wordpress.com brauchen eine Mailadresse. Diese Adresse dient nicht nur zum einloggen (alternativ zum Blognamen), sie wird auch zwingend beim Kommentieren gefordert. Missbrauch inbegriffen, so neulich wieder. Irgendwer kommentiert mit der original URL der Website eines Freundes samt dessen Anmelde-Mailadresse, die vermutlich irgendwann mal im Impressum stand – homophoben Scheiß, der niemals aus der Feder besagten Freundes stammt, dem ich schon lange folge. Ich weiß das, andere nicht und sind verständlicherweise erst einmal empört.

Merke: Es braucht hier keine Mailadresse im Impressum, das allgemeine Kontaktformular reicht völlig aus. Wer dennoch eine Adresse veröffentlichen möchte, sollte eine andere als die Anmeldeadresse nehmen.

Darüber hinaus ist für mich die Moderation aller Kommentare, also das manuelle freigeben jedes einzelnen Kommentares schon lange ein Muss.

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Zum Schluss noch was positives, damit das hier nicht ganz im Aschgrauen versinkt (hat das schöne Datum nicht verdient). Ich habe mich entschieden, wieder Rad zufahren und mir zu dem Zweck ein neues Rad geordert. Gute, mittlere Ausstattung mit allem Nötigen, aber ohne Strom. Möge die Luft noch für ein paar Jahre reichen. Bin gespannt, wie es sich fährt, wenn es dann da ist.

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Die Katzen sind mit der Gesamtsituation nicht unzufrieden …

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Samstag, 240302

Wespe No.1/24 weckt gemeinsames Interesse. Honigbonbon zum Frühstück, keine gute Sache für Katzennasen. Aber spannend, das brummende Ding. Musste dennoch intervenieren, Katzen raus, Fenster auf, Wespe ganz raus. Wie enttäuscht Katzen dreinschauen können.

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Nett versteckt, zwischen Katzencontent und narzisstoidem Selbstbildnis – ein geschichtlicher Rückblick auf das Jahr 2025.

Wie konnte es soweit kommen? Bis heute streiten Historiker, es wird diskutiert, warum niemand dieser tödlichen Dynamik Einhalten bieten konnte oder wollte, gerade so wie in den Jahrzehnten nach den beiden letzten großen Kriegen zuvor. Wie konnten die europäischen Staaten einem Nicht-Nato-Mitglied vassallentreuen Beistand versprechen, wie konnten sie über 10 Jahre falsche Hoffnungen schüren und sich am Ende in ihren eigenen, substanzlosen Versprechungen so tief verstricken, dass kein glaubwürdiger Rückzug mehr möglich schien? Fakt ist, sie standen am Ende allein da, nachdem der große überseeische Bruder sich abgewandt hatte.

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Zum Schluss eure Verschlafenheit in Öl.

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