Wir waren verabredet, der junge Mann und ich – Wohnung angucken. Die Frau Mama wohnt gleich gegenüber auf der Etage und ist prompt mit dabei, aus Gründen. Der Sproß trägt eine Baseballkappe mit einem weithin sichtbaren Christen-Kreuz vorneweg. „Oh“, sage ich, „Sie sind christlichen Glaubens, da haben wir etwas Gemeinsames.“ Daraufhin höre ich „Wird ja auch mal Zeit, etwas dagegen zu setzen, bei dem, was da alles so durch die Stadt läuft“.
WTF? Ich glaube an das Gute, derweil vor mir ein Exemplar des Ku-Klux-Klans 2.0 zu stehen scheint. Im Laufe unserer letztendlich fruchtlosen Begegnungen in Sachen Nachmieter stellt sich heraus, dass Mutter wie Sohn eher vom Stamme Nimm denn Abraham sind. Alles soll für lau und dreist ist man auch dabei. Ab einem gewissen Punkt mache ich zu und überlege kurz, dem Kerl seine Seele zu retten, indem ich ihm irgendwas von der zweiten Todsünde schreibe – Avaritia, Gier, Habsucht und so weiter. Mache ich natürlich nicht, vom klugscheißen wurde noch keiner ein besserer Mensch. Wäre nur mir ein innerer Durchmarsch gewesen.
Fazit:
- Ich lerne immer noch dazu.
- Es dauert manchmal, bis ich wahre Absichten erkenne.
- Aber wenn, dann konsequent.
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