Samstag, 240629

Samstägliche Zwischenzeit, Schreibzeit zwischen Frühstück und Stuhlgang, bevor es gleich heraus geht. Packstation, einkaufen, über die Wupperberge zu Mutter, wieder zurück ins Tal, einkaufen dort, wo das Auto nicht hinkommt. Schlafen, aufstehen, Kaffee, langer Tisch – Wuppertal feiert sich selbst zum 95sten. Optional ist das, weil ich es geschafft habe, auch alle anderen durchaus sehenswerten lokalen Großveranstaltungen dieses Frühjahr nicht zu besuchen. Ebenso kann ich mit Stolz kundtun, noch nicht ein einziges Fußball-Länderspiel gesehen zu haben.

Passt nur am Rande, aber wenn schon das Thema in Richtung „noch nie gemacht“ abdriftet – in einem Flugzeug habe ich ebenso noch nie gesessen, geschweige denn geflogen. Hätte mein Schöpfer das gewollt, hätte er mir Flügel geschenkt.

Wann geht es endlich los, denke ich immer öfter. Die Welt wird regiert oder will regiert werden von hinfälligen und/oder boshaften Greisen mit mehr eingebildeten Eiern als Hirn, Blackrock-Austeritätisten, Faschisten aller Farben, egomanische Kaputtniks, Lobbyisten als verlängerte Arme der CEO `s, ebenso gutmeinenden wie schlechtmachenden Überzeugungstätern und so weiter. Die Besten der Länder eben.

Wenn es stimmt, dass sich Zeitqualitäten alle 60 Jahre der chinesischen Astrologie folgend wiederholen, dann sollte es spätestens 2028 losgehen, wie anno 1968, dito ein Erdaffenjahr. Falls die Jugend mal kurz das Handy aus der Hand legen kann, um auf die Straße zu gehen. Ich komme mit, falls ich dann noch laufen kann.

Fürs erste reicht das hier…

Donnerstag, 240627

Eigentlich ist keine Zeit zum schreiben. Wann denn dann, am Abend ist der Geist müde, vernebelt und bis an den Rand gefüllt mit dem Scheiß des Tages . Also jetzt.

Eine Motte verirrt sich in meinen Bürocontainer. Nach diversen Geflatter lässt sie sich auf eine meiner Taschen nieder, wo sie auch bleibt, als ich mit ihr raus gehe, um sie in die Botanik zu pusten. Gnadenfrist, denke ich, mach was draus. Der nächste Vogel ist dir sicher. Nebenbei bin ich beieindruckt von der Schönheit dieses Geschöpfes.

Sie hatten das Fenster geöffent, damals in dem dunklen Heimzimmer. Seine Seele sollte frei sein und gehen können, nette Symbolik für uns, die wir weiter leben müssen und an Materie gebunden sind. Ob seine Seele den Weg durch das geöffnte Fenster genommen hat, weiß ich nicht. Erinnern kann ich mich an die beiden sehr schwarzen Falter, die neben dem Fenster auf der Wand saßen. Geleitkommando mit Trauerflor, so schien es.

Das Ende der Reise hat so viele Gesichter wie es Menschen gibt. Erneut darf ich dabei sein und schauen, wie sich Mutters Leben unglaublich langsam, aber unerbittlich seinem Ende zuneigt. Schwer zu beschreiben, was das mit mir macht. Da ist die Wut auf meine nicht enden wollende Erwerbstätigkeit, die mich daran hindert, mich etwas mehr einzubringen. Da ist die glitschige Frage – was genau könnte ich tun, bis zu welchen Grenzen. Vorerst tue ich, was ich kann, auch, wenn es mir arg wenig vorkommt.

Im Grunde ist es nicht wirklich fair. Wer auf Erden ankommt, dem wird bei gewissen Startproblemen geholfen, da gibt es Menschen, die wissen wie. Manchmal geht das rustikal zu, wie bei meiner Geburt. Füße vorneweg, Nabelschnur um den Hals, blauschwarz und atemlos – ich wollte nicht hier her. Verdroschen haben sie mich zur Begrüßung – herzlich willkommen, und jetzt hol endlich Luft, du hast keine Wahl. Ok, es gab in der Folge lebendiges Geschrei, das machte sie glücklich, später schrie ich dann und weil ich nicht damit aufhören wollte, gab man mir einen Grund zu schreien. Oder versprach mir selbigen, was ähnlich verstummende Wirkung hatte.

Ich verliere mich in Worten und Nabelschnüren – wo ich hin wollte, ist, wer gehen darf/muss (das kann man so oder so sehen), dem wird dabei nicht unbedingt geholfen, zumindest nicht aktiv. Das gilt als verpönt, die Unterrichtsstunde vorzeitig zu beenden und Hilfe ist hier sogar strafbar. Mit Blick auf unsere Geschichte ist diese unsere an und für sich unentspannte Haltung mehr als verständlich.

Was bleibt, ist da sein, zuschauen, zuhören, an den richtigen Stellen anpacken, wo es Not tut. Mit dem Gedanken Freundschaft schließen, das auch einst in welcher Form auch immer durchstehen zu müssen.

Jedenfalls nicht allein, einer guckt immer.

240625 – Drabble Dienstag

Dieser Eintrag ist Teil vom Drabble-Dienstag, der momentan von der Puzzleblume ausgerichtet wird. Danke dafür!

Die Regeln: 100 Worte, die drei Vorgegebenen müssen mit rein, dürfen nach Herzenslust gebeugt, aber nicht durch Synonyme ersetzt werden. Überschriften, Triggerwarnungen, Fußnoten und dergleichen zählen nicht mit.

Die Vorgabe lautet heute: Ornamente – halten – tief

Die Tür schließt sich langsam und für ihr Gewicht, ihre Größe erstaunlich leise, Verkehrslärm und das Geschnatter der Mitmenschen bleiben draußen. Kühl ist die Luft, tief ist die Stille, ich bin allein in dieser großen, alten Kirche. Meine Hände fahren gedankenverloren über die altersdunklen Holzornamente eines Seitenaltars – Geschichte zum nachspüren im reinen Wortsinn.

Braucht es solche Orte, um Spiritualität zu leben, um meinem Schöpfer zu danken oder um etwas zu bitten? Das nicht, aber in dieser reizarmen Umgebung fällt es leichter, den Tag anzuhalten, die Zeit zu dehnen. Liturgien sind mir nicht wichtig, innere und nach Möglichkeit äußere Stille schon.

Sonntag 240623

Sie ist die vorbestimmte Unrast sowie Unverbindlichkeit. Vernebelt sich selbst aus Angst, doch einmal in ihrem Wesen erkannt zu werden. Es geht ihr nicht um Bindung, mehr um Macht. Für sie ist es ein Spiel mit ihrem Selbst als temporären Hauptgewinn, niemand scheint würdig, ihn behalten zu dürfen. Dereinst wird sie das Spiel beenden, sich (wieder) erkennbar und verletzlich machen – oder einsam sterben.

Sie oder Er – ist austauschbar.

Netzfund – Ego vs. Seele

Ein Treffen wird wegen Fußball abgesagt und wir sagen dem Fußball ab, fahren planlos nach Düsseldorf.

Im Zentrum des Kommerz der Name einer Meisterdiebin – genau mein Humor.

Zeitgeist fährt ganz vorne mit.

Schlussendlich noch vermeidbare Touribilder, der Vollständigkeit halber.

Freitag, 240621

Dieser Eintrag ist Teil von Christianes Schreibeinladung. Maximal dreihundert Worte und die drei vorgegebenen müssen mit drin sein: Putzlappen – elegant – schlafen

1982

„KPG“, das stand auf all seinem Werkzeug, die Initialen seines Namens. Klaus-Peter Gräber oder so ähnlich. Ein boshafter Kollege, der um KPG `s Hang zu lautstarken und dramaturgischen Ausbrüchen wusste und diese gelegentlich gegen seinen eigenen niedrigen Blutdruck einsetze, nannte ihn dann frech „Kleiner Pisser Gräber“. Ging sofort los, man schenkte sich nichts.

Wenn er arbeitete, dann richtig, man konnte sich auf ihn verlassen, seine Spezialität waren filigrane Schleifarbeiten. Mal blieb er auch über Nacht, selbst fand ich ihn eines Morgens auf einer Lage Putzlappen schlafend vor. Die Geschäftsführung sah ihm darum auch sein mittelschweres Alkoholproblem nach. Mich schickte man nichtsahnend als Jungfacharbeiter auf morgendliche Einkaufstour zum Kiosk – der Job sah vor, jeden der 5 Kollegen nach seinen Wünschen zu fragen und nach Möglichkeit den Kopp zusammenhalten, um das Gewünschte vollständig am Büdchen zu rezitieren. Packung HB und nen Jägermeister, sagte ich. Groß oder klein?Keine Ahnung, is fürn Kollegen.So einer mit grauen Kittel und Locken? Der nimmt immer die Großen … Man sah ihm selbst unentschuldigte, mehrtägige Sauftouren in der „Landeshauptstadt“ nach.

Nach Auflösung des Zweigwerkes und Beendigung der Gemütlichkeit fanden wir uns im Hauptwerk wieder, gemeinsam mit den Kollegen eines anderen Werkes. KPG lief 2 Wochen lang mit der schriftlichen Kündigung in der Kitteltasche umher, bis der große Tag dann kam. Das so genannte Meisterbüro stand auf Stelzen und war komplett verglast, um uns besser im Blick zu haben. Andersherum aber auch, und so durften wir seine vorangekündigte Kündigung live mitverfolgen – wie er mit einer ebenso eleganten wie unnachahmlichen Armbewegung das Schreiben aus der Kitteltasche zog und angewidert mit Schwung auf den Schreibtisch des Meisters schmiss. Ganz großes Kino.

Was aus ihm wurde, weiß ich nicht, ich sah ihn nie wieder. Von Alkoholismus als Krankheit wusste ich damals nichts, das sollte noch viele Jahre dauern.

240618 – Drabble Dienstag

Dieser Eintrag ist Teil vom Drabble-Dienstag, der momentan von der Puzzleblume ausgerichtet wird. Danke dafür!

Die Regeln: 100 Worte, die drei Vorgegebenen müssen mit rein, dürfen nach Herzenslust gebeugt, aber nicht durch Synonyme ersetzt werden. Überschriften, Triggerwarnungen, Fußnoten und dergleichen zählen nicht mit.

Die Vorgabe lautet heute: Wanderer – fliegen- schmeichlerisch

Für S.

Wanderer im Niemandsland, so sagtest du, die du auch so empfindest. Es ist ein Gefühl, angeboren, anerzogen, es ist gleich, woher es kommt, es gehört auch zu mir. Im Außen hilft wenig, kein hart erarbeiteter schmeichlerischer Titel – du und ich, wir bleiben Grenzgänger zwischen den Welten.

Nur zu Besuch, selbst mit dem, was man Erfolg nennt. Allerdings liegt in dem Gefühl des nicht-dazu-gehörens auch die Lösung, umschlossen von Unwohlsein, von Schmerz, wie so oft. Wer nirgends zugehörig ist, dessen Geist kann fliegen, der ist so frei von Konventionen und so frei zu umarmen seinesgleichen. Umarmt zu werden vom liebevollen Licht.

Gestern, 240615

Familienkampftag mit Hindernissen

Mutter wird 89, aus gesundheitlichen Gründen beschränken wir uns auf ein gemeinsames ausgiebiges Frühstück, das geht noch. Leben zieht sich langsam, aber unerbittlich zurück. Das Gute daran ist, sie ist klar im Kopf und hat Hilfe.

Am Abend dann soll folgen die feierliche Masterverleihung des großen Kindes in der Stadthalle zu Wuppertal. Wer nicht dabei sein kann, ist das große Kind ihmselbt, das mit Grippe zuhause bleiben muss. Spätfolge eines ausgiebigen Freiluftkonzertes. Dann ist das jetzt so.

Des Kindes Liebste und wir halten Rat, die Karten waren sündhaft teuer. Eine zweigeteilte Veranstaltung, spätnachmittagliche Zeugnissvergabe, die wir uns schenken,wenn schon unser Hauptdarsteller derangiert abwesend ist. Das einmal bezahlte Buffet hingegen suchen wir auf, allein schon der Lokalität wegen.

Eben diese Umgebung verunsichert mich leicht. Junge Träger schicker Klamotten mit stolzen Eltern, soweit das Auge reicht. Ich vertreibe mir die Zeit mit Beobachtung und schrägen Bemerkungen. Die Stühle haben Augen in der Rückenlehne, jeder genau eines in der Mitte. Zyklopenstühle sozusagen. Ein Minidisplay zur Platzanzeige, höre ich, jetzt gerade nicht in Betrieb. Elektrische Stühle, aha.

Wasserflaschen stehen umher, ich schenke uns ein. Woran erkennt man eigentlich den Proleten, denkt es in mir. Richtig, der macht die Gläser stets randvoll. Ich beschränke mich auf die Hälfte und denke weiter. Man erkennt den Proleten ja auch daran, dass er sich Gedanken macht, wie voll er die Gläser schenken darf. Na dann, ich schenke nach.

Das Buffet ist ausgezeichnet, allmählich wird die Musik lauter und eine Kapelle geht geräuschvoll an die Arbeit. Mir gehen die vielen gemeinsamen Jahre mit dem großen Kind durch den Kopf. Realschüler, Berufskolleg, Abi als Jahrgangsbester, duales Studium, erste Berufserfahrung, der Master jetzt. Irgendwann in grauer Steinzeit habe ich mit ihm Mathe geübt, da war er 10 oder 11. Gleichheitszeichen untereinander, Operationsstriche nach jeder Zeile, Struktur in der Arbeit und immer eine Aufgabe mehr als gefordert. Mindestens. Immer auch andere teilhaben lassen, dabei lernst du selbst mit. Spätestens ab der sechsten Klasse wußte ich, dem brauche ich diesbezüglich nichts mehr erklären.

In anderen Lebensfragen und ganz grundsätzlich bin ich zeitlebens bei ihm. Gibt so viel, das nirgendwo offiziell gelehrt wird und immer wieder Neuland. Dazu betritt er Lebensbereiche und Gesellschaftsschichten, die mir fremd blieben. 

Ich wünsche ihm, den Beiden von Herzen Erfüllung.

Mittwoch, 240612

Stimmen im Kopf – für mich selbst und alle, die sich angesprochen fühlen könnten.
Inspiration: Mariana Leky – Was man von hier aus sehen kann

In dem sehr liebevoll und mit einer guten Portion Humor geschriebenen Roman gibt es den Optiker, stiller Verehrer und Freund der Großmutter von Luise, dem Mädchen im Mittelpunkt.

Besagter Optiker hat, solange er denken kann, einen ewigen Kampf mit den Stimmen in seinem Kopf durchzustehen. Gleich, was er sich vornimmt, was er fühlt, es wird genörgelt, kritisiert, abgewertet, heruntergemacht und/oder von vornherein als sinnfrei abgetan. Er hält verzweifelt, aber erfolglos mit allen möglichen spirituellen Weisheiten, derer er habhaft werden kann, dagegen, will sie mit unter anderen mit Hilfe von Buddhismus vertreiben  – vergeblich.

Irgendwann erscheint unter dubiosen Umständen ein buddhistischer Mönch im Dorf, man kommt sich näher und der Optiker wendet sich in seiner Not an ihn.

Sie werden nicht verschwinden, sind ja deine Stimmen, die gehören zu dirHör auf, ihnen vorzulesen, die kennen das alles schon, deine Stimmen sind viel älter als alle diese Weisheiten. Schenke ihnen nicht mehr deine Aufmerksamkeit, dann werden sie beleidigt sein, jammern, weiter recht haben wollen, aber schlussendlich leiser werden.

In der Folgenacht schlief der Optiker so tief und schwer wie schon ewig nicht mehr.

Das deckt sich exakt mit meiner Erfahrung. Auch ich verschlang einst Unmengen an spirituell angehauchte Fachbücher und war begeistert. Geholfen hat es am Ende gegen meine inneren Überzeugungen (aka „Stimmen“) nichts. Die Annahme all dessen war dagegen der Beginn meiner Heilung. Und dann – geh raus in die Welt und übe, es anders zu machen, tagtäglich – im Verbund mit Gleichgesinnten. Das hilft.

240611 – Drabble Dienstag

Dieser Eintrag ist Teil vom Drabble-Dienstag, der momentan von der Puzzleblume ausgerichtet wird. Danke dafür!

Die Regeln: 100 Worte, die drei Vorgegebenen müssen mit rein, dürfen nach Herzenslust gebeugt, aber nicht durch Synonyme ersetzt werden. Überschriften, Triggerwarnungen, Fußnoten und dergleichen zählen nicht mit.

Die Vorgabe lautet heute: Errungenschaft – ausrollen – fest

Mittwoch ist es wieder soweit, sie rollen das neue Programmupdate aus. Früher war das immer gut, er hat sich für den freien Tag eingesetzt, um in die große Stadt zu fahren. Es gab Übungsplätze, für jeden ein PC-Programmierplatz. Es wurde präsentiert und geübt gleichermaßen, darüber hinaus gab es immer spannenden Austausch mit seinesgleichen.

Nach der Übernahme der Softwareschmiede sieht es anders aus – das Ganze hat Kaffefahrtcharakter. Drei Präsentationsblöcke, dazwischen Fremdprodukte, keine Übungen. Nur junge Leute aus modernen Werkstätten. er steht da verloren und weiß mit all den neuen Errungenschaften nichts anzufangen. Sein Enschluss steht fest, das war das letzte Mal.

Montag, 240610

Eh, Boomer, warum zockst du deinem Enkel die Juppe ?!?

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Laut Ausweis bin ich 62 Jahre alt. Beruflich beinahe am Ende angelangt, rein äußerlich schwer einzuordnen, ich wirke dem Vernehmen nach deutlich jünger. Mein Verhältnis zum Materiellen ist pragmatisch, mein Denken oftmals eher konservativ. Mein Selbstverständnis als Mensch orientiert sich an den zehn Geboten in ihrer Einfachheit, ich sehe mich als Weltenbürger, aber auch als deutscher Staatsbürger.

Seit nunmehr gut 24 Jahren lebe ich so bewusst es mir möglich ist und trachte danach ein liebevollerer Mensch zu werden, möchte Groll und Ärger loswerden, arbeite an Verbesserung meiner selbst – was profaner ist, als es klingt, alles fängt bei den täglichen Kleinigkeiten an.

So weit, so gut. Wäre da nicht diese Ecke in mir, deren pure Existenz ich gerne auf die Gene schiebe, der Alte konnte auch so sein. Irgendwo dahinten glimmt ein kleines rotes Feuer, jederzeit bereit, sich richtig groß zu machen. Indikatoren sind Gier, bodenlose Dummheit und grob unfaires Verhalten meiner Mitmenschen. Es beginnt auch hier bei den tagtäglichen Kleinigkeiten im Miteinander, selbst achte ich mit wechselnden Erfolg darauf, nicht selbst in dieses Fahrwasser zu geraten, was mich bei anderen berührt. Würde es nicht tun, hätte es nicht auch mit mir zu tun. Ehrlichkeit und so.

Der Staatsbürger in mir mag klare Verhältnisse und weiß um die Bedeutung von Lohn und Brot für alle, im Sinne der inneren Sicherheit. Manchmal allerdings möchte ich angesichts der politischen Großwetterlage schreien, dann wird es rot in meinem Kopf – Nicht in meinem Namen! – möchte ich brüllen. Mache ich nicht, natürlich (noch) nicht. Die Musik verleiht dem Feuerchen in meiner Birne Ausdruck – und eben diverse komische Klamotten, die Eingeweihten stumme Hinweise geben könnten.

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