Sonntag, 220508

Ein ruhiger Sonntag Vormittag, wie überhaupt ein relativ entspanntes Wochenende, Dank eines freien Freitages, der in der Hauptsache zum Abschluss der laufenden Zahnbehandlung genutzt wurde. Keine große Sache diesmal, Provisorium raus, bisken anpassen und das Original schön einzementiert. Sie arbeiten handwerklich sauber dort und sind auch menschlich in Ordnung, bei so einem Schisser wie ich einer sein kann. Und so war noch Zeit zum Besuch der Krankenkasse, zum Hühnchen rupfen mit Pflegedienst aus Gründen und mindestens ein halbes Dutzend weitere Kleinigkeiten, die auf dem Zettel standen.

Sonst so? Mein Glaube. Der ist in dieser Zeit gefordert wie nie zuvor, in dieser Zeit des schwarzen Schattens eines möglichen Krieges auch bei uns. Ich weiß nicht, wo meine Landsleute die letzten Jahrzehnte so waren, in Berlin sprechen sie in dem Zusammenhang vom Mustopp, aus dem der kommt, der wenig bis keine Ahnung hat. Die Welt empört sich über dies und das, wie zuletzt über mehrere Hundertausend „gestohlener“ Tonnen Weizen. Das nennt man plündern und ist ebenso wie Massenmord, Folter, Vergewaltigungen, Verbannungen, Massenentführungen, Versklavungen und anderer Greueltaten fester Bestandteil ausnahmslos jeden Krieges. So werden Menschen, wenn sie nur genügend indoktriniert und unter passende Drogen gesetzt werden, Stichwort Panzerschokolade, heute vertrauter als Meth (-Amphetamin). Krieg ist Entmenschlichung und mir fehlt derzeit jede Hoffnung, dass dieser Planet je ohne auskommen wird.

Themenwechsel. Ich lebe (noch) und muss essen, damit das auch so bleibt. Gerne nehmen wir uns beide etwas auf Arbeit mit, dafür hat es so Warmhaltegefäße, je ein halber Liter, eine gute Portion also. Dazu eignen sich hervorragend Suppen und Eintöpfe, die ich liebe. Und so fiel mir gestern eine Dose ins Auge, so ein Bohnenmix, der hier schon ewig rumsteht.

Keine Ahnung, wie die Dinger heißen, aber diese Nacht habe ich noch eine gute Handvoll gewässert und war somit gehalten, heute früh da etwas draus zu machen. Es fand sich weiter noch Zucchini, Paprika, Zwiebeln, Möhren und Tofu-Hack, die erstmal schön angebraten wurden, um dann gemeinsam mit je einem Schälchen Basmati-Wildreis und roten Linsen in den Bohnentopf zu landen, der mittlerweile eine Stunde köchelte. Alles zusammen kurz aufgekocht, kleine Hitze für 10 Minuten und dann noch eine Stunde ziehen gelassen. Gewürzt wurde mit Gemüsebrühe, geräuchertem Paprika-Pulver, Curry, schwarzem Pfeffer und Chilli-Flocken. Schön bunt jedenfalls und reisetauglich.

Gut 6 Portionen.

Und nochmal kurz zurück – ich halte mich immer noch für einen gläubigen Menschen, trotz und alledem. Was Zweifel mit einschließt, und Verständnis für all jene, die an gar nichts mehr glauben können oder wollen. Das Stück weiter unten entspricht nicht meiner Haltung, bewegt mich aber dennoch tief, wer es bis zum Ende aushält, wird das vielleicht verstehen. Mich rühren die Bilder jedenfalls zu Tränen…

*

Trauriger Nachtrag: Ich habe erfahren, dass unsere Mitbloggerin Steffi alias Mijonie kürzlich verstorben ist. Geahnt habe ich das, weil lange nichts mehr von ihr, die sonst immer regelmäßig schrieb, zu lesen war. Ruhe in Frieden, liebe Steffi.

9 Gedanken zu “Sonntag, 220508

  1. Das Like gilt für den Bohneneintopf, der sieht einladend aus. Deine Gedanken zu Kriegen teile ich. Es ist offenbar nicht möglich, in Frieden zu leben. Schlimm. Ich versuche die Menschen in meiner Umgebung zu respektieren und so anzunehmen, wie sie sind, damit wenigstens da Frieden herrscht. Hab einen schönen Sonntag. 🙂

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  2. Puh, das mit Steffi hat mich jetzt sehr getroffen.
    Lieber Reiner, danke für die Info und möge es ihr dort, wo sie jetzt ist, besser gehen…
    Hab einen angenehmen Restsonntag und lass dir den Eintopf schmecken…
    🙋🏻‍♀️

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  3. Danke, dass Du Dein Wissen über Mijonies Tod hier teilst. Das trifft mich mehr, als ich vermutete. Ich schicke ihr ein paar liebe Gedanken.
    Wenn ich mir die Nachrichten ansehe, denke ich immer häufiger, dass wir langsam aber sicher auf einen kommenden Krieg hier bei uns eingestimmt werden sollen. Ich versuche trotzdem, meine Zukunft zu planen und das gegenwärtige Schöne zu genießen. Liebe Grüße und Dir einen schönen Restsonntag! Regine

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  4. Das mir der Steffi trifft mitten rein 😞
    Ich hab mich schon gewundert – danke für’s teilen.

    Also ich hätt ja nicht gedacht, dass der Kriegs-Scheiß so nahe rücken könnt. Und dann noch von einer Lüge in die andere stolpern – von wegen Sonderoperation (seufz)
    Danke auch für den Musik-Tip. Mir fällt zu dem Thema das Lied von Tom Waits ein:
    „God’s away on business“

    Lassen wir uns den Frühling nicht vermiesen 🌞
    oder jetzt erst recht
    Grüße aus dem 🕷 🕸
    Sabine

    Gefällt 1 Person

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