Samstag, 220115, am Abend

Es ist nebelig und nass-kalt, aber mir fällt die Decke auf dem Kopf, ich muss raus. Eine der üblichen Runden, nebenan, raus aus meinem leicht verkommenen, aber gemütlichen Kiez.

Fast zuhause…ohne Kehrwoche, aber bunt.

Auf den Höhen geht es anders zu. Bungalows, Eigenheime mit Car-Ports, Wall-Boxen und E-Autos, Kameras an den Toren. Wohnt das Glück eigentlich gleichmäßig verteilt hinten den Mauern? Ich denke an die zahllosen Studien und Statistiken, die belegen sollen, dass Menschen mit potentiell gesegnetem Einkommen nicht nur länger, weil gesünder leben, auch „Bildungs-näher“ sein sollen. Unmittelbar darauf denke ich an den verängstigten Mittelstand, der den „sozialen Abstieg“ fürchtet und sich in hauen-stechen-schlagen übt. Und das Glück? Keine Ahnung, mich machen schicke Häuser immer irgendwie misstrauisch, wegen dem Verdacht auf mehr Schein als Sein. Was natürlich ein Vorurteil sein mag. Oder ein Produkt meiner lebhaften Phantasie, gepaart mit einiger Lebenserfahrung, diverse Kollegen, Mitmenschen betreffend. Schließ die Fensterläden, bring mir das MG und so, siehe das Liedchen weiter unten. Vielleicht isses nur so, dass man sie in ihren gutsituierten Behausungen einfach weniger wahrnimmt, das macht verdächtig. Verdächtiger als Osman nebenan, wenn der sein Kinder verbal faltet, kriegt das die halbe Straße mit. Der jedenfalls ist eine ehrliche Haut, der seine Kinder liebt. Wenn er sie nicht gerade lautstark abbürstet. Wahrscheinlich geht es um wenig bis nichts, ich kenne das. Normale Gesprächslautstärke bei manchen.

Damals wie heute…

Zeitlose Klänge – R.I.P., Franz- Josef.

Reizarme, nasse Bilder und eine Menge Vögel.
Mitlaufen geht auch, hier.

3 Gedanken zu “Samstag, 220115, am Abend

  1. Dank meiner Arbeit habe ich viele Einblicke in unterschiedlichste Lebensweisen.
    Immer wieder stelle ich fest dass es den vermeintlich Reicheren nicht wirklich besser geht. Sie haben die gleichen Probleme, nur in anderen Dimensionen. Und je mehr sie besitzen, desto mehr entfernen sie sich von der Menschlichkeit.
    Der Verbrauch der Ressourcen nimmt in meinen Augen perverse Dimensionen an, aber es wird bei ihnen als normal angesehen und an die jüngere Generation weiter gegeben. Die Sichtweise auf diese Dinge verschiebt sich so dermassen dass ich sie manchmal schütteln möchte.
    Aber was weiß ich schon, vielleicht ist meine Denkweise und Rücksichtnahme den Ressourcen gegenüber auch übertrieben.
    Einen schönen guten Morgen dir.

    Gefällt 1 Person

    1. Nein, ist es nicht, was den Verbrauch von Ressourcen angeht, denke ich ähnlich. Es gibt in jeder gesellschaftlichen Schicht solche und solche, ja. Pauschal lässt sich nichts behaupten, das ist wie mit der „Dummheit“ 😉 Aber – wer mehr hat, verbraucht auch mehr. Gut im Sinne des Wirtschaftskreislaufes, schlecht mit Blick auf die Ressourcen und ihre Endlichkeit. Ich bin mir sicher, „der Markt“ regelt das. Es ist schon sichtbar an den Preissprüngen für Halbzeuge und Rohmaterial. Meinen Beruf habe ich noch in einer Zeit gelernt, in der die Erinnerung an eine andere Wertigkeit noch frisch war, Material war immer noch kostbar, weil teuer. Dahin kommen wir wieder, alles nichts Neues. Es dauert, aber es wächst langsam in den Köpfen, auch bei materiell gesegneten Menschen. Eines stimmt leider auch: Mit „lieb & nett“ leitet keiner eine Gruppe, ein Unternehmen. Leider sind die Grenzen zu Narzissmus und Psychopathentum da sehr fließend, ebenso zur Gier und Skrupellosigkeit, gerade bei Börsen-notierten Unternehmen.

      Für mich ist die Blickrichtung wichtig, der Fokus. Dir auch einen guten Morgen 🙂

      Gefällt 2 Personen

      1. Klar gibt es auch dort Unterschiede, zum Glück.
        Genauso wie es „Ärmere“ gibt die aber z.B. meinen ständig das neuste Handy besitzen zu müssen. Wo ich mich schon frage wie sie das zustande bringen.
        Leider wird es uns die Welt gezwungener Maßen zeigen dass es Grenzen gibt, vorher will es die Mehrheit nicht sehen wollen.
        Die Vernunft ist und bleibt in der Unterzahl.
        Neulich las ich folgenden Spruch: Am reichsten sind die Menschen, die auf das Meiste verzichten können. Wie wahr.
        Einen schönen Tag wünsche ich dir Reiner.

        Gefällt 1 Person

Senf dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s