Donnerstag, 211028

Wer allein werkelt und außer der Reihe einen Tag frei haben möchte, muss sehen, wie er die Arbeit erledigt. Ist aber alles in allem machbar und Zeit für ein paar dürre Worte im Blog findet sich auch noch. Kann also so wild nicht sein.

Die Wirklichkeit, die Realität. oder das, was Mensch gemeinhin dafür hält, war gerade nebenan bei Alice ein Thema. Ein Wesensmerkmal der so genannten Realität ist ja, dass sie uns nicht fragt, ob sie uns gefällt. Herausforderungen aller Art tun sich auf, lediglich die bertreffenden Lebensbereiche ändern sich mit der Zeit. Oder bleiben gleich und verlagern sich. Schmerzen, gleich ob körperlich oder seelisch, lassen mich innehalten, langsamer werden. Flüchten kann ich, möchte ich aber nicht mehr. Wohin auch? Also stehen bleiben, hinschauen, annehmen. Gleich, ob es sich um veränderte Beziehungen aller Art handelt oder um das letzte große Mysterium, den Tod. Besser gesagt, den mitunter sehr weiten und langsamen Weg dorthin.

Stehen bleiben hilft (mir). Vor Lebensumständen wie vor Menschen. Hier bin ich, Herr. Hineni. Immer wieder, bis zum letzten Gang. Stehen bleiben bedingt manchmal auch Gegenwehr, mit den Füßen fest auf dem Boden. Manchmal braucht es Biegsamkeit & Elastizität, ebenso erdverbunden. Manchmal auch gehe ich für eine Moment in die Knie, dann ist das so.

Da war doch noch was – richtig, Arbeit. Die Arme sind bandagiert, kann losgehen. Weiter gehen.

11 Gedanken zu “Donnerstag, 211028

  1. Guten Morgen lieber Reiner, das Beste kommt zum Schluss. Altwerden und sterben ist nichts für Feiglinge. Aber wir müssen vertrauensvoll in unsere Zukunft schauen. ER weiß wo wir zu finden sind.
    Ich genieße Lindemann und freue mich, heute nicht zum Arzt zu müssen. Dir einen schönen Tag❣ Liebe Grüße, Gisela

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    1. Guten Morgen liebe Gisela,

      das mit dem alt werden und den Feiglingen habe ich schon öfter von meinen Eltern gehört … wer das nicht möchte, muss jung sterben. Auch keine wirkliche Alternative. Oder doch, so Gott will. Jedenfalls nur zum Teil in unserer Hand.

      Lindemann genießen können, zeugt von einer weiteren Mitternachtsseele 🙂
      Liebe Grüße & auch dir einen guten Tag!

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  2. Ich bin immer wieder erstaunt, mit welcher bezaubernder Schönheit du deine Gedanken formulierst. Du kommst ja aus dem gewerblich technischen Bereich und stehst mit deiner Arbeit für Präzision ohne Abweichungen. Deine Gedanken sind klar beschrieben, aber dennoch gefühlvoll und poetisch. Dieser Kontrast beeindruckt mich.

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  3. Geht mir genauso … und das sind halt so die Sachen, die mit dem älter werden besser werden …
    Der Körper lässt nach, aber jetzt können wir so was wie Innehalten, stehen bleiben …
    Aus der Reihe:
    Man kann nicht alles haben …
    Das Leben zu seinen Bedingungen … Realität , da isse wieder 😉

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