Freitag, 211015

Nächtliche Rituale.

Meine Schlafstätte ist eine Couch. Nächtens kommt die Kleine mich besuchen, weil sie das schon immer so gemacht hat. Aber nicht einfach so, nein. Ich muss in einer ganz bestimmten Position liegen, auf meiner rechten Seite nämlich, mit Bauch und Gesicht zur Rückenlehne. Liege ich anders, wird so lange Gedöns (scharren, grabbeln, buddeln, laut gurren) gemacht, bis ich mich gefällig positioniere. So entsteht eine Kulle zwischen meinen Bauch und der Lehne, die sie über alles liebt. Vom meinem Körper huscht sie dann auf die Lehne, von hier aus möchte sie eingeladen werden, mit leisen, freundlichen Worten und Fingerspiel am Bettlaken, dann hüpft sie hernieder und lässt sich bekuscheln. Aber auch nicht einfach so, ihr Kopf will in meine hohle Hand, das muss so und nicht anders sein.

Nach eine Weile wird mir der Arm lahm, je nach Grad der Schläfrigkeit mal früher oder später. Dann habe ich ihn unter ihren Vorderpfoten zu schieben und still zu verharren. Während der ganzen Zeit schnurrt das Fellbündel dunkel, wie aus dem Keller, durchgehend, ohne Punkt und Komma. Wie es weiter geht? Entweder gnädige Frau schlafen selbst ein, dann wird das Keller-schnurren erst leiser und geht dann in einem sehr süßen leisen Schnarchen über. Oder das schnurren bricht abrupt ab, weil sie irgend etwas gehört hat, das mehr Spannung verspricht als ihre augenblickliche Lage. Dann weiß ich, gleich isses soweit, dann springt sie auf und fort ist sie. Die dritte Möglichkeit besteht in dem Beginn einer ausdauernden und gründlichen Putz-Session, für meine eigene Nachtruhe die ungünstigste Variante. Da wird geleckt, geschmatzt, Schnurrhaare kitzeln beim steten auf und nieder meine nackte Haut und ständig wird sich neu positioniert. Das dauert so lange, wie es dauert, irgendwann haut sie ab und putzt anderswo weiter.

Auf ihre Weise ist sie sehr berechenbar, wenn man sie ein wenig kennt 🙂

Vorbild in Sachen Tiefenentspannung.
Siesta mitten in der Küche …

*

12 Gedanken zu “Freitag, 211015

  1. Lieber Reiner, die niedlichen kleinen Seelchen. Egal, ob sie manchmal stören, man lässt sie einfach gewähren. Deine lebendige Erzählung konnte ich durchaus gedanklich nachvollziehen.
    Mein großes Mädchen liegt immer neben mir, weiß aber, dass sie erst kommen darf, wenn ich in Position liege. Natürlich liegt sie dann auf meiner Bettdecke. Ihr Liebstes ist das Bauchkrabbeln. Eigentlich besteht sie nur aus Bauch…könnte man meinen. Köpfchen krabbeln, Schnütchen kraulen und untere den Vorderbeinen rubbeln, das liebt sie. Sobald ich sage „Heia machen“, schläft sie mit mir ein. Anschließend geht sie auf ihre Kratztonne.
    Nachts werde ich oft wach, wenn sie mir ein „Geschenk“ gebracht hat, nach dem Motto „Wach werden! Fenster aufmachen!“ Warum ich morgens oft Rückenschmerzen habe? Sie wiegt mittlerweile ca. 7 kg. Für eine Norwegerkatze nicht zu viel. Für mich schon!
    Aber was soll’s, wir lieben unsere kleinen Biester.
    Schönen Tag Dir und liebe Grüße, Gisela + 😺😸

    Gefällt 3 Personen

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