Sonntag, 210411

Der vorläufig letzte werkfreie Tag, total verregnet hier im Westen. Dann ist das so. Nicht zu ändern, wie so vieles andere auch in diesen Tagen. Überhaupt hat diese Zeit eine sehr merkwürdige Qualität, ich weiß nicht, ob das mein persönliches Empfinden ist oder ob es anderen ähnlich geht. Mir scheint, dass etwas Offenbarendes in der Luft liegt, was nicht passt, zerfällt, was zusammen gehört, rückt enger beieinander. So erfahre ich es seit längeren schon privat, aber auch gerade massiv in unserem beruflichen Umfeld.

Neben der Gewissheit, bis dahin zumindest in diesem Lebensbereich doch so einiges richtig gemacht zu haben, im Sinne vom wirtschaftlichen Überleben (bis dato), macht sich in mir neben Dankbarkeit auch Genugtuung breit. Intrigantentum lohnt sich nicht, Beständigkeit in der Sache und eine klare, konsequente Haltung den Menschen gegenüber zahlt sich am Ende immer aus.

Sonst so? Der DLF meldete gerade den ersten größeren Auftritt Bob Dylans vor unvorstellbaren 60 Jahren. In Kürze wird der Kerl mit der nölenden Stimme 80, so Gott will. Andere hatten nicht so ein Glück, lebten zu schnell, zu heftig, gingen früh. Rick Parfitt zum Beispiel, Gitarrero, Keyboarder und Leadsänger der nicht weniger urzeitlichen Status Quo.

In memoriam…ein toller Auftritt, wie ich finde.

*

25 Gedanken zu “Sonntag, 210411

  1. Guten Morgen Reiner, ich lese gerade das Buch „Der Ausbruch“ von Katja Gloger und Georg Mascolo (https://www.lesejury.de/katja-gloger/buecher/ausbruch/9783492070911). Dort werden Zusammenhänge der Pandemie sachlich und umfassend dargestellt. Rückblicke erklären die Personalien und Fakten. Ein anstrengendes Buch, aber es hilft mir doch, die Gegenwart zu verstehen und anzuerkennen. Mir wird die Größe der Katastrophe bewusst und seltsamerweise bringt mir das Wissen zunehmend Sicherheit in der Einschätzung meiner eigenen Situation. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob mein Kommentar zu Deinem Beitrag passt, wünsche Dir aber trotzdem einen entspannten Sonntag! Regine

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  2. Guten Morgen Reiner.
    Vieles zeigt sich in Ausnahmesituationen.
    Alle Fratzen zeigen sich klar und deutlich. Vieles was man schon immer ahnte und spürte liegt grell vor uns. Auch das eigene Selbst, mit all den Abgründen.
    So viel Realität sind manche nicht gewohnt, die allzu gern mit Schutzklappen vor den Augen durch Leben wandeln.
    Das Leben geht oft seine eigenen Wege.
    Einen schönen Sonntag mit klaren Blick wünsche ich dir.
    LG, Nati

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      1. es gibt mehrere perspektiven auf seine mitmenschen… und ich gehe in der regel freundlich und wohlwollend im direkten kontakt mit ihnen um.
        ich ordne mich der praxis der mehrheitsmeinung weitgehend unter. von mir jetzt auch noch zu verlangen, dass ich mein denken nach der mehrheit ausrichte…, finde ich zu viel verlangt.

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      2. Dagegen ist auch nichts zu sagen, wofür hat es sonst einen eigenen Kopp. Dagegen alle anderen als borniert, devot oder autoritätsgläubig zu bezeichnen, ist ein anderes Ding.

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      3. Ich stelle mich nicht über meine Mitmenschen. Niemals. Doch lasse ich mir ungern den Mund verbieten… Ich unterstütze die Minderheiten. Ich unterstütze die Armen und gesellschaftlich Benachteiligten. Ich will, dass das Grundgesetz ernst genommen wird…

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  3. Nachdem wir eine Woche lang waagerechten Regen und reichlich Sturm hinter uns haben, der verhinderte, dass wir die Ostseeküste vom Wasser aus betrachten konnten, sitze ich wieder zuhause und schaue in den nassen Garten. Ja, ich hätte es auch ganz gern anders, aber vielleicht ist so ein verregneter April gerade mal das, was die Natur braucht. Grundwasser auffüllen, sattes Grün ( wenn es sich denn raustraut) statt trockenes Graugrünbraun.
    Und egal ob Wetter oder Corona, vielleicht ist es gut, wenn wir uns bewusst machen, dass wir im Vergleich zu anderen Gegenden der Welt auf ziemlich hohem Niveau jammern. Das fällt natürlich nicht immer leicht. Keinem. Auch mir nicht.
    Aber sich immer nur im Unglück zu suhlen, bringt ja auch nix.
    Einen gesegneten Sonntag.

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