Donnerstag, 201203

Küchenphilosophie

Gute Tage beginnen meist damit, dass ich zu spät komme – und es mir gleichgültig ist. Und ja, man könnte den Gedanken nun fortführen, das an schlechten Tagen eher zu früh gekommen wird, aber das ist ein anderes Thema. Irgendwie ist immer rechtzeitig.

Sonst so?

Das Wort Realität ist ja derzeit wieder in aller Munde. Oder besser, deren Verweigerer. Da denkt man gleich an Alu-Hüte aller Art und sonstige Queer-Denker. Da bin ich froh, geradeaus denken zu können, meistens jedenfalls. Früher fand ich „Queer-denken“ mal gut, im Sinne von hinterfragen und kritisch hinschauen. Ist ja nichts gegen zu sagen, bis heute. Werden im Namen von Queer-Denken jedoch die krudesten Theorien und Thesen verbreitet, hat das für mich nicht mehr viel mit dem Ursprungsgedanken des Queer-Denkens zu tun. Da wären dann andere Kategorien passender.

Eigentlich – ja eigentlich bin ich recht Realitäts-verbunden. Das schadet nicht, im Alltag und gerade mit Blick auf meinem technischen Beruf. Wer sich hier der Realität im Sinne von Ignoranz der physikalischen Gesetze verweigert, hat schlechte Karten. Und dennoch bin ich kein Freund von ihr, im Sinne des Liedchens weiter unten. Nicht alles, was ich anerkenne, liebe ich auch. Danke, Ines, für`s erinnern an Funny 🙂

So, zu meiner Tage-Realität gehört auch, den Erwartungen meines Arbeitgebers gerecht zu werden. In dem Sinne…Tschüss.

*

58 Gedanken zu “Donnerstag, 201203

      1. Hmm. So weit sind wir beide doch nicht auseinander. Zunächst mal sind wir sind beide Alkoholiker, du trinkend, ich trocken. Das sei hier ganz wertfrei erwähnt, ebenso die Tatsache, dass wir beide unsere Schatten haben, die uns zeitweise das Leben schwer machen. Mir geht es nicht durchgängig gut (das wäre „realitätsfern“), aber immerhin muss ich nicht mehr in besoffenem Selbstmitleid baden, und glaub` mir, ich weiß genau, wie sich das anfühlt. habe einige Jahre Praxis damit.

        Jeder. wie er möchte oder kann, Bon. Glaube lässt sich nicht „rational“ erklären. aber er wirkt – zumindest bei mir, wenn auch nicht immer zu meiner sofortigen Befriedigung.

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      2. wieso bringst du in diesem zusammenhang den alkoholismus zur sprache?
        es ging um glauben, religion, verschwörungstheorien und realität. meiner meinung soll jeder glauben, woran er will… von mir aus auch an verschwörungen oder sekten-gurus. alle glaubensgemeinschaften müssen sich an ihren menschlichen und auch unmenschlichen taten und auswirkungen messen. das christentum hat da aus meiner sicht ganz schön viel auf dem kerbholz, auch der islam. jede religion definiert sich auch aus ihrer geschichte – schon allein deswegen kommen für mich die meisten religionen nicht in betracht. ich sehe die dinge eben am liebsten real, auch sowas wie glauben oder ideale.
        und bloß weil eine mehrheit an etwas glaubt, macht dies etwas nicht richtiger oder wahrer. aber gut, jedem tierchen sein pläsierchen. ich beziehe mich mit meinen antworten auf die aussagen in deinem blog-beitrag, wo du dich als einen relativ realitätsnahen menschen bezeichnest – wenn ich es richtig las. in meinen augen stellt das einen widerspruch zum gott-glauben dar.

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      3. Es schadet nicht, an etwas zu glauben, Bon. Meine Nüchternheit ist für mich untrennbar mit meinem Glauben verbunden. Es wirkt, wie ist mir erst mal wurscht. Muss ich auch nicht verstehen, schaue auch in meinem offenen Rechner wie ein Schwein in`s Uhrwerk. Hauptsache, es funktioniert.

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      4. gott mit einem rechner zu vergleichen…
        aber gut, ich stimme mit dir überein, dass wir menschen uns allegemein für klüger halten, als wir sind. es gibt auch technik-gläubig, die davon überzeugt sind, dass sich alle probleme per wissenschaft und technik lösen lassen… auch dieser glaube kann gefährlich sein.
        wenn du schreibst, dass deine „nüchternheit“ untrennbar mit deinem glauben verbunden ist, und dir zudem wurscht ist, warum „es“ wirkt, dann schellen bei mir die alarmglocken – denn so schreibt ein süchtiger…, dem es egal ist, warum der alk oder die pille aus seiner sicht positiv „wirkt“. bist du also wirklich ein trockener alkoholiker? – hast du deine sucht nicht unter ähnlichen prämissen nur verlagert?

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      5. Wir kamen zu dem Glauben, dass eine Macht, größer als wir selbst, uns
        unsere geistige Gesundheit wiedergeben kann.

        So heißt es im zweiten Schritt der ehemals anonymen Alkoholiker. Will sagen, zwei Dinge über Gott sind relevant: 1. Es gibt ihn – 2. Ich bin es nicht. Hat etwas mit meinem Ego zu tun, dass hier eingesteht, nicht das Maß der Dinge zu sein.

        Merkmale der Sucht sind für mich: Zerstörung jeder Würde und jedes Selbstvertrauens, desolate, destruktive oder gar keine Beziehungen mehr zu meinen Mitmenschen, Misstrauen, Gier und stetiger körperlicher Verfall, allmähliches Siechtum. Am Ende Krankenhaus, Pflegeheim, Nervenklinik oder Suizid.

        Merkmale meines Glauben sind: Menschlichkeit, (Ur-)Vertrauen, Hingabe, Annahme, Eigenliebe, Nächstenliebe.

        Suchtverlagerung?
        In dem Sinne gerne 🙂

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      1. meine ich doch: er erzählt den menschen märchen. so wie viele andere vor ihm… auch die typen aus der kirche. oder die, die dir sachen verkaufen wollen, die du nicht wirklich brauchst. oder deine frau bzw. partnerin, die dir täglich sagt, wie sehr sie dich liebt, dch aber mit deinem besten freund betrügt… etc.

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      2. Gott sei Dank habe ich noch nie Alkohol getrunken. Ich fände es unerträglich grausam, wenn ich mich selbst nicht mehr richtig wahrnehmen würde. Die Welt ist schön, man braucht sie sich nicht schön zu trinken. Es sind immer wieder Menschen, die falsch handeln. Manchmal aus Eigennutz, manchmal aus religiösen Gründen.

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      3. wir müssen uns entscheiden, was wir als realität betrachten wollen: die naturwissenschaften mit ihrer annäherung an einem objektiven erkenntnis-prozess oder einfach alles, was uns aufgrund irgendwelcher spinnereien und fantasien in den sinn kommt.

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      4. Wenn es so einfach wäre 😀
        Die Welt ist nicht nur groß und breit, sondern auch sehr tief. Wir laufen auf einer hauchdünnen Kruste über eine glühende Kugel und haben nicht die geringste Ahnung, was darunter wirklich los ist. So ähnlich verhält es sich auch mit dem, was wir Wirklichkeit nennen. Dafür braucht es keine bewusste Entscheidung. Für mich kann ich annehmen, einen winzig kleinen Teil der „Realität“ zu kennen und das meiste eben nicht.

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      5. gott ist jedenfalls bar jeglicher realität, wenn man ausnahmsweise seine (aufgeklärte) vernunft zu rate zieht.
        dass es menschen gibt, die ihre realität über die erkenntnisse von naturwissenschaft und philosophie ausdehnen halte ich für ungut…, weil das gefährliche konsequenzen haben kann. beispiele für diese gefährlichen konsequenten irrealen glaubens gibt es auf der welt mehr als genügend.

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      6. Dann sind wir demnach Zufallswesen, entstanden aus Fantasie und Spinnerei? Fühlst Du Dich wirklich so armselig? Oder denkst du wirklich, wir stammen vom Affen ab, wie die Wissenschaft das annimmt? Warum gibt es dann noch Affen? Es gibt Schöpfung und deren Weiterentwicklung. Beides gehört zusammen. Stillstand tötet.
        Objektiver Erkenntnisprozess: Die Wissenschaft kann ein Ei herstellen, mit allen Inhaltsstoffen, nie wird daraus ein Küken schlüpfen. Gott ist der Heilige Geist, aus dem dieses/jedes Leben entsteht. ALLES auf dieser Welt ist Gott.
        Für mich gibt es nur eine Religion: die Liebe!

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      7. Gott ist und bleibt ein Hirngespinst. Armselig fühle ich mich deswegen nicht. Affen und Menschen sind quasi Brüder, die einen gemeinsamen Vorfahren haben.
        Leugnest du die Evolution und andere wissenschaftliche Erkenntnisse? Natürlich ist unser Wissen über die Welt auch heute sehr begrenzt… aber die Wissenschaften bleiben nicht stehen – im Gegensatz zu den gängigen Religionen. Ich bin sehr froh über das Zeitalter der Aufklärung mit seinen großen Philosophen und Wissenschaftlern.

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      8. Gott IST. Da hast Du recht.
        Gott ist auch Selbsterkenntnis. Ich denke, davon bist Du noch weit entfernt.
        Ich hatte bereits geschrieben, dass Schöpfung und Evolution zusammengehören. Einstein war sehr gläubig und Kant ebenfalls. Das passt nicht in Dein Weltbild.

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      9. ich will mich nicht über persönliche lebenseinstellungen streiten. wichtig ist mir eine aufgeklärte säkulare welt.
        ich würde niemals einem menschen, den ich nicht kenne, mangelnde selbsterkenntnis unterstellen… das wäre dumm.

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      10. Gott ist IN Dir und das willst Du nicht wahrhaben, obwohl Du lebst. Das ist für mich mangelnde Selbsterkenntnis.
        Es lag mir schon immer fern, zu missionieren. Eine säkulare Welt möchtest Du. Meinst Du damit ‚außergewöhnlich‘ und ‚einmalig‘? Das ist sie bereits.

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      11. Im Namen Gottes wurden unglaublich viele Verbrechen in der Vergangenheit begangen, bis zum heutigen Tage.
        Lass mich bitte in Ruhe mit deinem Glauben. Du gehst von den falschen Prämissen aus…
        Selbsterkenntnis ist nicht abhängig von einem Glauben an Gott.

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