Der erste Zweite

Noch liege ich und höre auf der Straße den Regen rauschen, während sich mein Geist allmählich damit anfreundet, gleich aufzustehen. Zugleich sortieren sich die Gedanken, was die Belange des Tages angeht.

86 Lebensjahre vollendet mein Vater heute, wir werden hinfahren, zu ihm in die Klinik. Die Gewissheit des Unausweichlichen liegt wie eine dunkle Wolke auf meiner Seele, nicht plötzlich und nicht unerwartet. Zu tun, was ich kann, ist wie so oft für mich das Gebot der Zeit.

Sonst so? Unsere Lilit hatte Anfang der Woche einen schweren Tag – weil wir hier nicht die Möglichkeit haben, eine große Katzenfamilie unterzubringen (so gerne wir das auch tun würden), war es für die Kleine Zeit, den leider unerfüllbaren und somit leidvollen Wunsch nach Mutterschaft zu unterbinden. Was uns Tränen gekostet hat, obgleich sie schon längst wieder fit ist und gefühlt lebendiger als zuvor.

Gerade war sie noch kuscheln … die Bilder entstanden kurz vor’m schlafen gehen. Die Aktivitäten über meinem Kopf verhinderten im Übrigen, auf dem Sofa einzupennen. Dann regnet es schon mal Sachen, von oben…

💯

17 Gedanken zu “Der erste Zweite

  1. Das Ende der Eltern wirklich anwesend zu begleiten, ist eine sehr schwere Aufgabe, die die eigenen Grenzen mehr als deutlich werden lässt. Eins ist mir dabei klar geworden: für den Sterbenden ist es sehr viel schwerer zu gehen, wenn er das Gefühl hat, das Leben wäre ihm noch etwas schuldig oder hätte ihm das nicht gegeben, was er brauchte. Einem solchen Menschen zur Seite stehen, ist sehr kräftezehrend, weil seine Seele nicht zu Ruhe finden kann. Ich wünsche Dir Mut, Kraft und genügend Selbstschutz, wenn er erforderlich ist.

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