Schraube locker

Eine typische Eigenschaft der phobischen Persönlichkeit, schreibt Scott Stossel, sei das Bedürfnis und die Fähigkeit, anderen eine relativ gelassene, ruhige Erscheinung zu bieten, während sie innerlich unter extremem Stress stehen. „Manchen Leuten mag ich ruhig vorkommen. Aber wenn man einen Blick unter die Oberfläche werfen könnte, würde man sehen, dass ich wie eine Ente bin – ich strampele, strampele, strampele.“

Ein guter und lesenswerter Artikel rund um die Angst, um Depressionen, den Umgang damit und typische Medikationen. Für euch vollständig lesbar :

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Meine Angst ist definitiv älter als die Sucht, bei Depressionen ähnelt das Ganze dagegen eher der Frage nach der Henne und dem Ei. Während der eine überzeugend darlegt, nur so gesoffen zu haben, weil er depressiv war, behauptet der andere, vom saufen depressiv geworden zu sein. Beides mag stimmen, für die jeweils Betroffenen. Selbst habe ich mir diese Fragerei abgewöhnt. Es IST, wie es ist und ich darf mir Werkzeuge dagegen bereit legen und nutzen, so ich mich rechtzeitig an sie erinnere. Wenn ich auf mich selbst schaue, auf den Umgang mit dem, was hinter meiner Suchterkrankung steckt, merke ich, dass ich vergleichsweise gut aufgestellt bin.

Nach wie vor steht die Selbsthilfe vorne weg, gefolgt von gewissen therapeutischen Maßnahmen, die zwar hilfreich sind, aber zeitlich eng begrenzt. Eine eher untergeordnete Rolle spielt das Thema Medikation, aber es gibt sie. Untergeordnet deshalb, weil ich die Folgen des nicht-Einnehmens Dank meiner Vergesslichkeit schon beobachten durfte, . So werden die Nächte wieder lebhafter und kürzer, als sie eh schon sind. Mich selbst verliere ich dadurch nicht.

Über alledem steht allerdings meine höhere Macht, wie wir in der Selbsthilfe sagen. Die kann für jeden anders ausschauen, wichtig ist für mich heute, anzuerkennen, dass es Gott gibt – und ich es nicht bin. Was das Ego auf ein erträgliches Mass reduziert und mit ihm die Ängste, bei zeitgleicher Zunahme von dem, was man wohl Urvertrauen nennt. Etwas für mich immer noch Neues …

*

 

3 Gedanken zu “Schraube locker

  1. Die Ursache für den ganzen Spuk ist, wir glauben unseren Gedanken weil unser Vestand „Bilder von der Realität“ fortwährend sendet und wir die Illusion bekommen an diesem Geschehen noch etwas ändern zu können. Das Drehbuch für diese „Filme“ ist endgültig geschrieben. „Endgültig“ gibt es für den Verstand nicht. Es kommt immer ein “ Ja -aber“ wenn wir uns auf dieses Spiel einlassen. Ein Spiel, so perfekt inszeniert, auf das wir oft darauf reinfallen und somit Leid produzieren.Mit dem Verstand bekommen wir da nichts geregelt, denn er ist der Hauptakteur in diesem Spiel und wird sich selbst nicht abschaffen.Wir können uns immer nur bewußt machen das unser Verstand der Preis ist, für unser „Mensch sein“ Dieser Konflikt als „Normalfall“, denn wir sind in erster Hinsicht Bewußtsein das sich in seinem Spiel „Mensch sein“ darstellt.

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