Wieder Sonntag

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„Nachts liege ich wach und Fragen bestürmen meine Seele.
Meine Gedanken grübeln im Kreis.
Angst und Wut vertreiben den Schlaf.
Nicht einmal in meinem Bett fühle ich mich sicher.
Also stehe ich auf und mache mich auf die Suche…“

Diese Worte stammen von einem Berliner Pfarrer, der damit zum Gottesdienst heute einlädt. Sie hätten allerdings auch die meinen sein können, derzeit. Von daher – Danke, lieber Richard, und wenn es nicht so weit wäre, würde ich gerne vorbei kommen.

Vor ziemlich genau 12 Jahren habe ich mich taufen lassen, spät, aber bewusst. Soviel, wie mir „zugefallen“ war, konnte kein Zufall gewesen sein. Es gibt ihn, den Glauben an meine höhere Macht, an meinem Gott, der es gut mit mir meint. Auch der Sohn ist mir sympathisch, war er doch Mensch … Allerdings ist dieser Boden, auf dem ich mich heute bewegen darf, immer aufs Neue derben Schwankungen ausgesetzt. Mein Vertrauen ist nicht unerschütterlich und oft genug fühle ich mich sehr allein und schutzlos. Das ist Gott sei Dank nur ein Gefühl, dem ich mich nicht dauerhaft hingeben muss, weil es lediglich das Residuum meiner ersten Lebenshälfte darstellt, den Restzustand von mangelnden oder besser damals nicht vorhandenen Urvertrauen.

„Gut“ fühlt es sich dennoch nicht an, obwohl ich um seinen Beistand weiß und dazu passend einige mir sehr liebgewonnene Menschen kenne, die mir derzeit eine große Stütze sind. Angefangen von der Liebsten sowie Freunden vor Ort als auch hier in der virtuellen Welt (Schnittstellen inbegriffen). Nähe und Beziehungen haben viele Gesichter.

Danke dafür.

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9 Gedanken zu “Wieder Sonntag

  1. „Nähe und Beziehungen haben viele Gesichter“ schreibst du, und das macht es manchmal sehr schwierig die Nähe zu erkennen. Manchmal ist der Schmerz, die Müdigkeit, die Angst oder die Trauer scheinbar größer, aber sie sind „nur“ der lange Schatten. Und wo Schatten ist, ist auch Licht…
    Ich schließe dich in meinen Blick nach oben ein.
    Herzliche Grüße, Anna

    Gefällt 3 Personen

  2. Hallo Reiner, mir ist spontan beim Lesen folgender Gedanke gekommen: Meine Unsicherheit und Gefühl „schutzlos “ zu sein Gottes Gegenwart betreffend rühren daher, dass ich im Laufe meines Lebens vielen falschen Gottesbildern ausgesetzt war. und teils

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    1. Teils versuchen Menschen mich erneut von ihren Vorstellungen zu überzeugen. So bleibt ein gewisser Unwille bestehen. Das allgemein gepredigte Gottesbild hat versagt. Ich will in Stille meine Spiritualität leben, sie in der Welt ausüben. Ich will mich nicht mehr dreinreden lassen, was ich denke. So finde ich erst meinen Frieden mit „Gott“. Und auch das Vertrauen in die „spirituelle“ Gegenwart eines sogenannten Heiligen Geistes (nicht nur christlich verstanden,sondern universal) Liebe Grüße!

      Gefällt 1 Person

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