Manche Nächte

Es gibt sie immer noch, diese Nächte. In Zeiten der Veränderung werden sie vorübergehend etwas zahlreicher. Nächte, in denen ich mehrfach aufwache, mir die ungebetenen Besucher anschaue. Eine Weile mit offenen Augen wach liege und in die Stille horche, weil sofortiges wieder-einschlafen nur eine Fortsetzung der Aufführung bedeuten würde.

Bildhafte Relikte eines Egos, das sich gerade von seinen bisherigen Aufgaben zu verabschieden scheint.  Sich an seine neue Rolle erst einmal gewöhnen darf. Und da Trennung immer mit einem energetischen Ungleichgewicht verbunden ist, schickt das solcher Art beschnittene Ego zum Abschied noch eben solche Bilder.

Schwarzer Rauch, aus der Erde aufsteigend
aus dem sich Gestalten formieren
auf der Suche nach einem Wirt
Prozessionen von Besessenen
langsam ohne Ziel wandernd
stets das Äußere verändernd
schwarze Magie

Bilder des Egos, das zum Abschied von der gewohnten Rolle, so scheint`s, noch einmal Macht demonstrieren will. Kannst uns kaufen, kichern sie leise. Da gibt es etwas, womit wir Dir Frieden schenken …komm`, besänftige uns, mach`s einfach so wie die Millionen anderer um dich herum und nehme etwas ein…

Sie gewähren lassend, weiß ich heute um eine Kraft, die größer ist als diese vielen schwarzen Schatten, die über die Angst so gerne ihre Macht demonstrieren. Eure Zeit ist vorüber. Früher oder später werdet ihr keinen Wirt mehr finden und weiter ziehen müssen.

Ihr seid nicht der Herr.

*

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13 Gedanken zu “Manche Nächte

  1. Liebe Reiner, der Text und die Bilder darin berühren mich sehr. Zwar sind meine Dämonen nicht stoffgebunden, aber diese Ausharren in Stille und Vertrauen kenne ich, wenngleich ich es nicht immer schaffe… So wie du es beschreibst, zieht es mich aber magisch an – im positiven Sinne.
    Ich grüße dich herzlich aus dem neblig-kalten Nürnberg!
    Anna

    Gefällt 1 Person

      1. Hauptsache, du hast immer genau die Kraft, die du jeweils brauchst. Manchmal genügt ein winziger Ruck weg vom verlockenden Gedanken. Wie ein Segel, das um einige Grade anders gesetzt werden muss und das Schiff fährt wieder in die gute Richtung. Der „Wächter“ im Kopf schafft das (so nenne ich die Instanz, die über mich wacht, ein Teil meines Geistes, der völlig unabhängig von Gedanken und Taten existiert und mich schon oft vor Verzweiflung gerettet hat).

        Gefällt 1 Person

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