Was denkt ihr über euren Nächsten…

Weil es auch für mich ein Dauerthema ist …

Matthaeus 7, 1&2Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden.…Urteilen ist ein gedanklicher Vorgang.Es ist die Leistung unseres eigenen Gehirns und eine von uns selbst getroffenen Entscheidung.Wir selbst fällen ein Urteil. Niemand legt es auf.Wenn…

über Was denkt ihr über euren Nächsten? — miasraum

9 Gedanken zu “Was denkt ihr über euren Nächsten…

  1. Rein theoretisch versuche ich auf jeden Menschen erst einmal ohne Wertung und Vorurteile einzugehen, bei Fehlverhalten – was auch schon eine Wertung ist – die Wurzeln dessen zu ergründen und Verständnis zu entwickeln. Dabei bin ich Unzähligen auf die Nerven gegangen mit Sprüchen wie: „Das musst du aber auch verstehen.“ „Der/die hat schließlich … erlebt.“ Allerdings gibt es bei krasser Abweichung meiner ethischen Basis durchaus zu Ablehnung. und auch Verurteilung.
    Mit den Jahren habe ich durch Selbstbeobachtung festgestellt, dass es beständiger selbstkritischer Betrachtung bedarf, um nicht leichtfertig zu (ver)urteilen. Dabei ist es wesentlich schwieriger, unbewusste Reaktionen wieder ins Lot zu bringen als direkte. Daher halte ich sie für viel prägender. Bei letzteren kann man alles im Gespräch klären. Beispiel: Ein Geschäftsführer, mit dem mein Mann zusammenarbeitete, hielt ihn für einen Arsch. Nachdem er mich kennenlernte und unseren Umgang miteinander, revidierte er sein Urteil und sprach es auch aus. Wir wurden beste Freunde.
    Nun umgekehrt. Das nächste Beispiel – für das ich mich noch immer schäme – zeigt, wie sehr wir beeinflussbar sind in unseren Reaktionen durch fortgesetzte negative Nachrichten, selbst wenn wir uns frei davon wähnen und uns eigentlich ständig darüber aufregen: Ich sitze im Zug. Zwischentür öffnet sich und zwei dunkelhäutige Männer betreten das Abteil. Bevor ich selbst begreife, was ich da tue, grabsche ich nach meiner Handtasche und drücke sie an mich. Unbegreiflich, unverzeihlich. Wie furchtbar muss diese Geste für die beiden Männer gewesen sein. Denn sie hat eine Aussage. Habe ich doch selbst schon Ähnliches erlebt und war dadurch verstört: Die polnische Haushaltshilfe meiner Freundin sah mich zum ersten Mal, ich begrüßte sie freundlich, sie sah mich an, ihr fiel der Unterkiefer runter, die Miene verhärtete sich, sie hasste mich. Das ist mir mehr als einmal passiert. Wie oft habe ich mich gefragt, welches Unrecht ich womöglich in einem früheren Leben getan habe. Umso mehr bemühe ich mich in diesem, so wenig Unheil wie möglich anzurichten, offen und möglichst vorurteilsfrei zu handeln oder mich zumindest zu verbessern.

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    1. Du polarisierst. Das machen Löwe-Geborene meiner Erfahrung nach übrigens sehr gerne 🙂 Du erkennst und hast den unbedingten Willen, ein besserer Mensch zu werden. Davor habe ich großen Respekt und fühle mich Dir in diesem Bestreben sehr nah, auch, wenn wir zwei recht verschiedene Menschen sein mögen.

      Solche Beispiele, wie von dir geschildert, kenne ich von mir auch zur Genüge. Neulich haben wir bei „Kontraste aus der ARD-Mediathek eine Doku über arabische Großfamilien gesehen, was mich unglaublich zornig machte. Im Anschluss gab es hier daheim eine hitzige Diskussion – ich bin mit einer orientalischen Migrantin verheiratet, die in Berliner Kiezen aufgewachsen ist. Sie sieht immer beide Seiten – im Gegensatz zu mir, manchmal … oft genug lässt sie mich stumm werden, um dem nachzuspüren.

      Ein anderes Beispiel, neulich, beim Besuch meiner greisen Eltern. Wie schon letztens geschrieben, gibt es Charaktereigenschaften meiner Erzeuger, die mir bis heute ein Angang sind. Zeitgleich bin ich in der Pflicht, weil sonst niemand da ist. Beim Abschied letztens habe ich ihnen meine Hilfe und Unterstützung zugesichert, auch, was einen oder im schlimmsten Fall, zwei Heimplätze, so sie denn erforderlich sind, angeht. Das ich mich um die finanziellen Belange kümmern werde, im Rahmen dessen, was in meiner Möglichkeit steht. Das dankbare Lächeln im Gesicht meiner Mutter ist mir entgangen, ebenso das einfrieren dessen, als ich ihnen erklärte, sie mögen nun kein falsches Bild von mir haben. Ich täte, was getan werden muss, und ich täte es nicht für die beiden, sondern für mich. um mir nichts vorwerfen zu müssen. Wofür ich mich im Nachgang geschämt habe – Rückschritte gehören mit zum Weg…

      Grüße und einen guten Tag Dir !

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    1. Wenn ich Dir Grund gebe, mir etwas über zu nehmen, geht das auf meine Rechnung. Es ist so einfach nicht, immer wieder sind wir miteinander in Interaktionen verstrickt. Ein mitunter recht kompliziertes Netz aus Ursachen und Wirkungen.

      Aber – stimmt schon.
      uch mich beschäftigt mich immer wieder, was an mir ist und was nicht …

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      1. Ja klar
        Wenn du mies bist zu mir geht das auf deine Rechnung
        Wenn ich das weiß, besteht kein Grund für mich, dir das übel zu nehmen
        Damit fall ich nur aus meiner Harmonie und dann hab ich das Problem
        Ich kann mich dir sagen Ich will nix mehr mit dir zu tun haben
        Fertich
        … oder es hinnehmen …
        Bis zu der Grenze wo es halt nicht mehr geht
        „Wenn du über jemanden nichts Gutes zu sagen weißt, lass ihn aus deinem Leben gehen „

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