5 Gedanken zu “Fundstück

  1. Sich selbst zu mögen ist wohl mit die schwerste Übung. Denn von uns wissen wir ja alles. Unsere dunklen Gedanken, unsere manchmal bösen Absichten, Rachephantasien – all Untaten kennen wir. Verbergen wir sie vor unserem wachen Ich, verfolgen sie uns in andeutenden Träumen, verunsichern, schlucken die schwarzen Löcher unser Dasein, machen uns krank und verhärten unsere Seele. Das schmerzt so wie es verhärtete Muskeln tun und dieser Schmerz will betäubt werden.
    Stellen wir uns bewusst, erschrecken wir vor uns selbst. Sprechen wir es aus, erschrecken wir andere, die uns womöglich viel bedeuten. Stehen wir zu allem, was uns ausmacht, je ausmachte, müssen wir uns bisweilen verzeihen. Sich anzunehmen mit allen Facetten, die unsere Entwicklung ausmachen – unser Heute – führt zu Selbstliebe. Erst dann kann uns auch ein anderer Mensch wahrhaft lieben. Diejenigen, die den schönen Schein zurückwollen, sollen sich verpissen. Ja, sagt sich so leicht. Verlust – selbst einer Illusion- tut auch weh. Aber da muss man durch, denn am Ende winkt die innere Freiheit.Das ist es wert.

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    1. Genau so ist es, das hast Du gut beschrieben. Es ist mir alles vertraut, und es hört nicht auf. Aber es wird tragbarer, mit den Jahren.

      So kleine Anstöße erinnern mich – nicht nur, aber gerade unter suchtkranken Menschen, wie ich einer bin, ist der Mangel in allen möglichen Erscheinungsformen ein vertrauter Zustand. Auch und gerade der Mangel an Selbstliebe. Schwierig zu handhaben für mich und meinesgleichen, die in der aktiven Phase der Erkrankung nur zu oft in das andere Extrem gefallen sind: Narzissmus und bodenlosen Egoismus. Heute noch fällt mir manchmal die Trennung schwer …

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