Sehr bewegend

Was genau geschieht mit uns, wenn wir gehen müssen? In einer Zeit, in der jedes Jahr jemand geht, der mir vertraut war, ist, bekommt das Thema Tod und sterben immer mehr Aktualität, für mich. Noch nie habe ich eine solche umfassende Beschreibung, oder besser, den Versuch einer solchen, gelesen. Es ist eine Mischung der Sichten von Ärzten, Psychologen, Neurologen sowie zahlreicher Beobachtungen auf den Palliativ-Stationen und daheim, von Angehörigen.

Lest selbst, wenn ihr wollt.
Danke hier an Marga Auwald, die den Link weiter unten geteilt hat.

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Ganz am Ende

Im Leben ist nur eines sicher: der Tod. Doch was genau passiert im Körper und im Geist, wenn ein Mensch stirbt? Eine Chronik der letzten Tage.

Von Roland Schulz, SZ-Magazin, 17.6.2016
http://reporter-forum.de/fileadmin/pdf/Reporterpreis_2016/schulz_2016.pdf

Oder hier der Link zur hochgeladenen PDF-Datei:

schulz_2016

 

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17 Gedanken zu “Sehr bewegend

  1. Das ist aber doch nur für Menschen, für die der Tod ein Ende ist
    Ich habe noch nie … seit ich denken kann, im Tod ein Ende gesehen
    Es ist kein Ende
    Vielleicht für andere, mag sein , für mich nicht
    Aus Erfahrung habe ich gelernt, dass alles damit steht und fällt, wie man stirbt
    Es darf kein selbst herbei geführter Tod sein
    Damit fällt man heraus aus der Göttlichen, Natürlichen Ordnung
    Und dann kommt Angst
    Eine Sch…Angst …
    Aber sonst ?
    Tod des Körpers ist genau das Gleiche wie Geburt
    Als Baby raus zu müssen aus dem Mutterleib stell ich mir auch nicht gerade schön vor
    Aber das kriegen wir ja nicht mit –
    Denken wir
    Und das ist der Knackpunkt
    Unser Denken und unsere Vorstellungskraft ist gefangen in dem was wir kennen
    Recht gelebt – was immer das für den Einzelnen bedeutet, denn jedes Leben ist anders –
    Ist der Tod kein Grund zur Besorgnis
    Wir bleiben in der Liebe und Fürsorge Gottes
    Es geht weiter
    Wohin auch immer
    Das ist im Leben auch nicht anders
    Wir wissen nicht, wohin es uns morgen bringt
    Wer diese Illusion von Wissen, von Sicherheit, von Kontrolle und Beständigkeit einmal durchschaut und aufgegeben hat – im Leben
    Wie soll den der Tod schrecken
    Einfach weiter gehen
    Im Leben wie im Tod
    Voller Vertrauen
    An Gottes Hand
    Oder glaubst du vielleicht dass der, der dich ein Leben lang leitet, dich einfach fallen lässt, nur weil du keinen Körper mehr hast ?
    Der hat doch selbst keinen Körper
    😆😆😆😆😆😆
    Alles Liebe ❤
    Im Tod wie im Leben
    ❤❤❤❤❤❤😉

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  2. Ich mag den Text weil er bestätigt was ich bisher miterleben durfte, weil er bestätigt was meine in der Alterspflege tätigen Freundinnen berichten.

    … und dann ist da ein Fakt der mir beim Thema Sterben noch nie wirklich bewusst geworden war:
    „Sterben ist genau das Gegenteil von Kontrolle.“

    Mir, dem langjährigen Kontrollfreak war das entgangen… oder hatte ich es nur ausblenden wollen?

    Gebe ich mir das Gefühl genau diese Kontrolle zu erhalten, wenn ich Euthanasie als für mich denkbaren Weg sehe? Auch nur eine Täuschung, es kontrolliert höchstens den Zeitpunkt.

    Loslassen, Kontrolle loslassen – sie wird mich bis zuletzt begleiten, meine Lektion in Loslassen

    Danke fürs Gedanken anschubsen

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    1. Es ist der Versuch, mit Worten, mit dem Verstand etwas zu erklären, was weit dahinter liegt. Ja, auch weit hinter irgendeinem Kontrollwahn. Das Leben ist im Fluss, auch das verlassen dessen folgt den Naturgesetzen. Wir haben nur sehr begrenzte Einflussmöglichkeiten auf das „wie“, und gar keine auf das „ob“.

      Man kann den Vorgang mittels Drogen erträglicher machen, man kann vielleicht den Ort des Sterbens noch wählen. Mit eigener Hand aus dem Leben zu scheiden, verbietet mir mein Glaube. Es sind dies die unglücklichsten Seelen, hinter dieser Grenze, glaube ich.

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      1. Sterben werden wir alle und diesem hier beschriebenen Sterben können Monate, gar Jahre grosser Qualen vorangehen… oder auch nicht.

        Es gab, seit Einführung des Gesetzes, in meinem näheren/entfernten Bekanntenkreis die es in Anspruch genommen haben – nicht zu vergleichen mit einer Selbsttötung. Gereifte, begleitete Entscheidungsfindungen – was wäre es für ein Gott sie zu verurteilen…

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    1. Das geht mir auch so. Einiges kam mir bekannt vor, von den Sterbefällen im Freundes- und Bekanntenkreis in der letzten Zeit. Es fällt schwer … ist es doch ein Versuch, etwas mit dem Verstand, mit Worten zu beschreiben, was jenseits des Verstandes liegt.

      Herzliche Grüße auch Dir!

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  3. Danke, dass du diesen spannenden Bericht geteilt hast! „Es tut gut, darüber zu reden…“, über das die meisten hinweg schweigen möchten. Er beschreibt in Kurzform, was im Tibetischen Totenbuch ausführlich steht.

    „Sterben ist nicht einfach“, hat mir mein Vater gesagt, ein paar Tage, bevor er gestorben ist. Schlau über das Sterben reden tun nur jene, die gerade nicht Sterben. Jeder muss da auf seine eigene Art durch, so wie jeder auf seine eigene Art gelebt hat. Man muss dem ins Auge sehen. Ich habe in meinem Blog schon das ein oder andere mal von einem Sterben berichtet. Ich finde er hat recht: „Es tut gut, darüber zu reden „, auch den Hinterbliebenen.

    Wertvoll ist der Bericht auch durch die Hinweise an die, die dem Sterben zusehen müssen. Falsche Fürsorglichkeit und eigene Angst kann zu Aktionismus führen, die dem Sterbenden nicht hilft, sondern einem selbst. Ich habe mit meinen Kindern und meinem Mann schon oft über das Sterben geredet und was mein Wille ist. Ich werde den Bericht ausdrucken, das was mir wichtig ist anmarkern und zu meiner Patientenverfügung heften. Dort habe ich zwar auch einen eigenen Text von meiner Lebens- und Sterbeauffassung hinterlegt, aber es kann nicht schaden, wenn sie, falls es schwer für sie wird, noch eine Bestärkung haben, mein Sterben, wenn es soweit ist, so sein zu lassen, wie Sterben eben ist – anzuerkennen, dass ich mit meinem Körper am Ende bin, und – so wenigstens meine Überzeugung – am Anfang einer wunderbaren Ewigkeit.

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  4. Ein sehr bewegenderen dein sehr gut geschriebener Artikel. Ich habe vieles wiedererkannt, das ich bei der Sterbebegleitung meiner Mutter und meines Schwiegervaters erlebt habe. Beide durften zu Hause sterben. Ich habe keine Angst mehr vor dem Sterben und auch nicht vor dem Tod. Wenn man sein Leben gelebt hat tut es gut zu wissen, dass es ein Ende hat, wenn man das, was man liebt, nicht mehr tun kann. Ich möchte nicht unsterblich sein sondern im Bewusstsein der Endlichkeit so viele Tage wie möglich auskosten.

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  5. Pingback: raumunterderzeit

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