Vergänglichkeit & Schönheit

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Flink musste ich sein, sie einzufangen, war ein wenig kniffelig. Zunächst einmal wegen ihrer extrem kurzen Lebensdauer. Ein paar Sekunden nur, und schon zerplatzt sie an den spitzen Grashalmen und mit ihr die Illusion einer kleinen, eingefangenen Welt. Oder besser, die Projektion einer eben solchen auf ihrer Außenhaut.

Und – mein Streben stand in direkter Konkurrenz mit dem Jagd-Trieb eines gut einjährigen. sehr aufgeweckten Jungen, der, gerade so halbwegs des aufrechten Ganges mächtig, das Objekt seiner Begierde ebenfalls einfangen wollte. Was ihr unweigerlich ein noch früheres Ende beschert hätte.

War knapp, kann man also sagen…

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Stahl

Seit 39 Jahren begleitet er mich. Ohne ihn wäre mein Beruf undenkbar. Er ist die Basis allen so genannten Wohlstandes, seit vielen Generationen nicht mehr weg zu denken aus unserer Konsum-Gesellschaft.

Bilder vom Stahlwerk, der einzigen Fabrik, deren „Werkstücke“ an der Straße herumliegen, unverdächtig, gestohlen zu werden. Ich mag deren Rauheit, vor allem aber mag ich den Geruch von Stahl.

Sie sprechen für sich …

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Und wieder bereit zur Schmelze…

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Erklärungen

Meist ist es gut, wenn ich sage, nein Danke, dieses oder jenes bitte nicht. Mir sympathische Menschen nicken nur, machen vielleicht Alternativ-Vorschläge und nehmen`s hin. Gut so. Halte ich auch so, meistens eben. Fragen beantworten sich mit ein wenig Geduld sowieso oft mit der Zeit von selbst.

Manche Menschen allerdings brauchen es dann doch ein wenig ausführlicher …

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Wird Alkohol offeriert, lehne ich dankend ab. Das reicht in 99 von 100 Fällen und ich bekomme irgend etwas anderes, kommentarlos. Bleibt noch der eine Fall von Hundert.

So erlebt vor, ich glaube, zwei Jahren. Ein gemeinsames Essen, draußen auf dem Lande. Man trinkt Wein, ich ordere, wie immer, mein Wasser. Ein Mensch am Tisch findet das bedenklich.

Trinkst Du denn niemals Alkohol, ich meine, gar nicht …!?

Nee, sage ich, ahnend, was da kommen mag. Niemals, oder besser, heute nicht. Was zumindest für mich kein Widerspruch ist, derweil morgen ein neues Heute ist.

Ähh … darf ich fragen … hat das vielleicht gesundheitliche Gründe ?
Sprach`s und das Gesicht legt sich in Erwartung mindestens einer schweren Tumor-Geschichte in mitleidvolle Falten.

Nein, nein, sage ich, das hat religiöse Gründe.

Oh … und Ruhe ist.

Die anderen mit-am-Tisch-Sitzer unterdrücken ein Grinsen und zwingen sich zur ernsthaften Zurückhaltung. Wissen sie doch um meine wahren Beweggründe, das Stöffchen zu meiden. Es ist meine Vergesslichkeit. Nein, und damit meine ich keine eventuell beginnende Demenz, sondern meine Vergesslichkeit, das Aufhören betreffend.

Das für mich geilste Feedback bekam ich übrigens einst von einem stockbesoffenen Russen, den ich vor vielen Jahren via Mitfahrgelegenheit mit nach Berlin nahm.

Trrrinkst du keinen Alkoholl ?
Nein, nie.
Dann bist Du Alkohollikerrrr …

Punkt.

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