Spieglein, Spieglein

Diese Augenblicke, die erinnern und vergegenwärtigen.

So geschehen neulich am Telefon. Geduldig höre ich mir die Dramen des Alters mütterlicherseits an. Derweil sitzt der Alte nebenan vor`m Fernseher und schaut irgend einen Unfug, der ihn sehr erheitert. Wobei das bei ihm durchaus wörtlich zu nehmen ist. Nicht, das er eine ausgesprochene Frohnatur wäre. Aber, wenn, dann richtig. Da wird gewiehert wie ein Pferd, laut, dröhnend, Schenkel-klopfend, und meist in einem Hustenanfall endend.

In solchen Momenten wird mir gleich mehrfach warm um`s Herz. Nicht nur, weil es ihm den Umständen entsprechend gut geht. Sondern, weil ich das ebenso drauf habe, manchmal. Ich, der alles immer übertreiben muss(te), aus seine Sicht. Der die Dinge gerne groß macht. Der ihm den Spiegel vorhielt, im guten wie im weniger guten.

Spiegel lassen sich umdrehen, problemlos. Und heute ist es gut so, wie es ist. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Sicht meines Sohnes, diesbezüglich…

 *

19 Gedanken zu “Spieglein, Spieglein

  1. Ja, es ist schon sehr eigenwillig, wenn man sich in seinen Eltern wiedererkennt, und mir geht es aber leider so, dass ich fast nur die Eigenheiten meiner Mutter registriere, die mich auf den Baum bringen, und diese bringen mich dann , wenn ich sie bei mir selbst erkennend beobachte, erst richtig auf den Baum.

    ;-D

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      1. bei uns is das anders, mein Vater und ich sehen uns dermaßen ähnlich, wenn wir irgendwo sagen „das ist mein Vater bzw. meine Tochter“ kommt prinzipiell „das ist ja wohl nicht zu übersehen“ und so ist es auch

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  2. erst war ich meiner Mutter ähnlich, dann wurd ich meinem Vater immer ähnlicher, jetzt werd ich wieder meiner Mutter immer ähnlicher…
    „Du sollst Vater und Mutter als Guru anerkennen“
    (Tibetanisches Totenbuch)

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  3. …ein schwieriges Thema, lange hats gedauert, aber letztlich habe ich meinen Eltern verzeihen können…ehren, nein, das geht irgendwie nicht…sicher gaben sie ihr bestes, aber das war nicht gut, es hätte sicher schlimmer kommen können…ich denke, Eltern sollten ihre Kinder als fühlende Wesen respektieren…und wenn das nicht geschieht, muss ich mich nicht als ihr Kind betrachten…

    …glücklicherweise sehe ich keine Ähnlichkeiten zwischen meinen Eltern und mir, bei den Großeltern jedoch sehr wohl…und das scheint gerecht…

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    1. Wir werden in diesem Leben kein wirklich herzliches Verhältnis mehr zueinander haben. Darum geht es mir auch nicht (mehr). Eher um ein Mindestmaß an Achtung und Respekt, beiderseits, für die Zeit, die bleibt.

      Manchmal geht selbst das nicht, ich weiß.

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  4. Tja, man kommt eben nicht drumrum … die Eltern waren unsere ersten Vorbilder … jedoch nicht die einzigen … und das ist gut so. Irgendwann kann ich entscheiden, was ich weiterhin übernehme und welche Charakterzüge ich ausmerze … und mich zumindest gutteils neu erfinden, ist doch klasse! Unser Geist ist ein Genie!

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    1. Ja … zeitgleich ist es erschreckend, festzustellen, wie sehr manches anhaftet wie die sprichwörtliche Scheiße am Schuh. Hinschauen, erkennen und der Wandel sind Lebensaufgaben. Machbar, aber ein zähes Geschäft, mit viel Geduld…

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      1. Hinschauen, erkennen und der Wandel sind Lebensaufgaben. Machbar, aber ein zähes Geschäft, mit viel Geduld…

        und was ist da bei Gurus anders?
        ein Guru ist kein Kopf-Tätschler und keine gebratene Taube – ein Guru schmeißt dich notfalls in die heftigsten Situationen, wenn du das für deine Entwicklung brauchst

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      2. Mein Lieber,

        Ich nehm dir diese Worte nicht übel – obwohl ich sie im ersten Moment als sehr beleidigend empfinde.
        Du kennst das offensichtlich einfach nicht, hast keinen Guru, hast das noch nicht erlebt.

        Die Frage ist nur, ob dieses beurteilen, bewerten von Dingen, die du nicht kennst, dich weiter bringt?
        Aber das ist deine Sache 🙂

        Alles Liebe ❤

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